Eltern zeigten Verständnis

Warnstreik: Kinder blieben zu Hause bei Oma und Opa

Froh über Notdienst: Birke Joachim Israel mit Charlotte (links) und Lars Heiler mit Emma waren froh, dass die Kita Jungfernkopf am Mittwoch eine Betreuungsmöglichkeit anbot. Foto: Berens

Kassel. Vom Warnstreik waren auch die städtischen Kindertagesstätten betroffen: 17 Kasseler Einrichtungen blieben am Mittwoch geschlossen, in den zwölf geöffneten Kitas wurden Notdienste angeboten.

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Lars Heiler aus Kassel zeigte sich erleichtert, dass Tochter Emma trotz des Ausstandes vieler Erzieherinnen gestern wie gewohnt in der Kita am Jungfernkopf betreut werden konnte: „Großeltern sind nicht vor Ort – ich hätte sie sonst mit an die Arbeit genommen“, berichtet Heiler, der als Dozent an der Uni Kassel arbeitet. Wenn er auch hoffe, dass es nicht zu einer weiteren Streikrunde komme, habe er Verständnis dafür, dass die Erzieherinnen für mehr Lohn auf die Straße gehen. Auch Birke Joachim-Israel kann den Wunsch nach mehr Gehalt nachvollziehen: Ihre älteste Tochter will selbst Erzieherin werden und absolviert derzeit ein freiwilliges soziales Jahr in der Kita an der Harleshäuser Straße, die gestern ebenfalls einen Notdienst anbot. Für ihre jüngste Tochter Charlotte nutzte Joachim-Israel den Notdienst der Kita Jungfernkopf. Deren Gruppe war von 21 auf fünf Kinder am Streiktag geschrumpft. Viele berufstätige Eltern hätten die Kinder in die Obhut der Großeltern gegeben.

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Auch Kitas im Kreis zu

Auch in einigen Kommunen im Landkreis blieben die Kindertagesstätten wegen des Streiks geschlossen. In Kaufungen waren die Eltern bereits in der vergangenen Woche über den Ausstand informiert worden. Wer keine private Betreuung organisieren konnte, für den blieb als Ausweg ein Notdienst, den die Gemeinde in der Kita Kunterbunt in Niederkaufungen, einer der sechs örtlichen Kitas, hatte. „Dort wurden insgesamt neun Kinder betreut“, sagte Bürgermeister Arnim Roß (SPD) auf HNA-Anfrage. Weitere neun Kinder hätten das Notangebot der Schulbetreuung in Anspruch genommen.

In Baunatal blieben laut dem städtischen Pressesprecher Thomas Briefs alle 13 städtischen Kindergärten geschlossen. Im Bürgerbüro, das ebenfalls bestreikt wurde, sei ein Notdienst eingerichtet worden.

Die Gemeinde Niestetal und die Stadt Vellmar waren nicht von den Streiks betroffen. (abe/ket/mkx)

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