Ausverkauf läuft

Konkurrenz im Netz zu groß: Hirtenkamp Store in Kassel schließt nach 16 Jahren

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Bedauern das Aus für ihren Laden: Erika und Gerhard Bischoff schließen nächsten Samstag ihren Hirtenkamp Store am Jungfernkopf.

Die Regale haben sich schon gelichtet, die Tage sind gezählt für den Hirtenkamp Store. Das Kiosk- und Schreibwarengeschäft im Ladenzentrum am Jungfernkopf schließt zum nächsten Samstag, 22. Juni.

Bis dahin läuft der Ausverkauf. 16 Jahre lang haben Gerhard Bischoff und seine Frau Erika ihr Lädchen am Hirtenkamp geführt, das neben Schreibwaren, Lotto, Tabak, Postkarten, NVV-Tickets und Geschenkartikeln auch Kaffee anbietet, der so gut schmeckt wie im Café. Seit 2015 ist der Hirtenkamp-Store, der sich kurz zuvor vergrößert hatte, auch eine Postfiliale. Damit ging ein lang gehegter Wunsch im Stadtteil in Erfüllung. Für die Bischoffs ist eine große Portion Wehmut dabei, wenn sie jetzt die Türen für immer schließen. „Es ist für uns eine tolle Zeit gewesen hier oben“, sagt Gerhard Bischoff. Den Kontakt zu vielen Stammkunden werde er vermissen.

Grund für die Schließung sei vor allem die Konkurrenz durch das Internet. „Das digitale Zeitalter hat uns auch erwischt“, sagt Bischoff. Viele Kunden gäben offen zu, dass sie ihre Schreibwaren lieber im Netz bestellen und Zeitungen online lesen. Der Einbruch des Kerngeschäfts sei auch durch den Verkauf regionaler Produkte nicht aufzufangen gewesen, bedauert die Familie, die vor einigen Jahren auch Ahle Wurscht, Bio-Eier und Stadthonig ins Sortiment aufnahm.

Das Ehepaar, das inzwischen das Rentenalter erreicht hat, nimmt die Situation nun zum Anlass, sich zur Ruhe zu setzen. Sohn Timo Harthaus, der seit vielen Jahren hinter der Ladentheke mitarbeitete, hätte das Geschäft eigentlich gern fortgeführt. Aber das sei wirtschaftlich nicht zu vertreten, so der Vater und Firmeninhaber.

Die Suche nach einem Nachfolger, „der vielleicht neue Ideen oder eine andere Kapitaldecke hat“, so Bischoff, sei leider nicht geglückt. Die Nachbarschaft in der Ladenzeile jedenfalls sei „bombig“, sagt der Geschäftsmann. Trotz des Bedauerns über die Schließung freut sich das Ehepaar, das in Harleshausen wohnt, auch auf das, was kommt. Künftig gibt es endlich Zeit, sich um all das zu kümmern, was über die Jahre zuhause liegen geblieben ist, sagt Bischoff. Oder mal ein längerer Urlaub. Viele Stammkunden jedenfalls vermissen die Bischoffs schon jetzt.

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