Tegut am Hirtenkamp will Markt erweitern - Sorge um die Vielfalt

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Kleine Lädchen, großer Supermarkt: Das Einkaufszentrum am Jungfernkopf ist zugleich so etwas wie das Stadtteilzentrum. Bald will sich der Tegut-Markt erweitern.

Jungfernkopf. Wie geht es am Einkaufszentrum am Hirtenkamp weiter? Das fragen sich derzeit viele Jungfernköpfer und andere Kunden der Ladenzeile an der Straße Am Ziegenberg.

Nachdem Ende März das Reisebüro ausgezogen ist, stehen derzeit zwei Geschäfte leer. Doch es wird bald weitere Veränderungen geben: Der Tegut-Markt will sich erweitern, bestätigte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage der HNA. Jetzt gibt es Sorge, dass dadurch andere Geschäfte verdrängt werden.

Laut Tegut soll die Verkaufsfläche - derzeit 1400 Quadratmeter - um 200 Quadratmeter vergrößert werden. Damit wolle man mehr Platz für das Frische-Sortiment bekommen, sagte die Sprecherin. Derzeit laufe die Abstimmung mit dem Eigentümer der Immobilie. Daher könne man noch keine Details zur Erweiterung und dem Zeitplan nennen.

Nach Informationen der HNA soll der Lebensmittelmarkt sich in Richtung der Ladenzeile ausdehnen und die Fläche der beiden angrenzenden Geschäfte belegen. Dort befinden sich derzeit ein Blumenladen sowie ein Schreibwaren- und Kioskgeschäft. Wie die HNA erfuhr, sind deren Mietverträge kürzlich nur noch bis Ende Mai 2015 verlängert worden. Die Inhaber wollten sich auf Anfrage der HNA nicht öffentlich äußern.

Auch der Eigentümer und Vermieter des Einkaufszentrums, die MGH Grundstücksverwaltungs GmbH mit Sitz in Fulda, blieb im Ungefähren. Zwar bestätigte Geschäftsführer Günther Hohmann, dass „kleinere Umstrukturierungen in Planung“ seien. Welche, wollte er aber nicht sagen. Auf Nachfrage bestätigte er, dass sich das Sonnenstudio in die frei gewordene Ladenfläche des Reisebüros ausdehnen wird. Hohmann beteuerte aber, dass alle jetzt ansässigen Geschäfte auch weiterhin Mieter bleiben könnten.

Ortsvorsteher Christian Unverzagt hingegen befürchtet, dass die Ladenvielfalt am Hirtenkamp bedroht ist. Ziel bei der Ansiedlung des Einkaufszentrums sei gewesen, dort nicht nur wenige große Ketten, sondern auch kleine Geschäfte zu haben. Von einer guten Mischung profitierten nicht zuletzt die Gewerbetreibenden selbst, indem viele verschiedene Kunden angezogen würden. Der Ortsbeirat könne zwar auf unternehmerische Entscheidungen kaum Einfluss nehmen, sagte Unverzagt. „Dennoch sind wir entschieden dagegen, dass es zu Eintönigkeit oder Leerstand kommt.“

Der Auszug des Reisebüros allerdings hatte mit den künftigen Umstrukturierungen nichts zu tun, sondern sei eine persönliche Entscheidung nach Auseinandersetzungen mit dem Vermieter gewesen, sagte Inhaber Klaus Wimmel. Er steht für seine Kunden aber weiter in einem Reisemobil zur Verfügung. Die Unruhe unter den Geschäftsnachbarn hat er vor seinem Auszug noch mitbekommen. Auch Wimmel würde es bedauern, wenn weitere Geschäfte weichen müssten. „Wir waren immer eine wirklich gute Gemeinschaft.“

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