Dr. Manuel Eichler (SPD) legt Ehrenamt nieder

Jungfernkopf: Der Stadtteilmanager geht nach zwölf Jahren Ehrenamt

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Bleibt dem Jungfernkopf verbunden: Dr. Manuel Eichler war über zwölf Jahre lang Ortsvorsteher von Kassels jüngstem Stadtteil und schob mit dem Ortsbeirat unter anderem den Kita-Bau an. Jetzt gibt der 44-jährige Sozialdemokrat sein Ehrenamt ab, bleibt aber vorerst im Ortsbeirat.

Jungfernkopf. Nach über zwölf Jahren an der Spitze des Jungfernkopfs legt Ortsvorsteher Dr. Manuel Eichler (SPD) heute Abend sein Ehrenamt nieder. Er hinterlässt große Fußstapfen – als seinen Nachfolger hat die Stadtteil-SPD Ortsbeiratsmitglied Christian Unverzagt nominiert.

Der 38-Jährige stellt sich heute bei der Sitzung des Stadtteilgremiums zur Wahl. Eichler stand seit 2001 mit parteiübergreifender Rückendeckung dem Ortsbeirat vorn. Und er hätte zweifellos noch erfolgreich weitermachen können. Über seinen Rücktritt wird mitunter spekuliert: Hat der Sozialdemokrat, der auch Stadtverordneter im Rathaus ist, Ambitionen für ein anderes politisches Amt? Nein, sagt Manuel Eichler. Nach zwölf Jahren sei es einfach Zeit für einen Wechsel. „Wenn es am schönsten ist, soll man gehen.“

Frust ist es nicht, der ihn zu dem Schlussstrich bewogen hat. In seiner Zeit als Ortsbeiratschef hat Eichler viel erreicht für seinen Heimatstadtteil. Der 44-Jährige, der Richter am Arbeitsgericht ist, formuliert das so: „Alle Projekte, die realistisch waren, sind abgearbeitet.“ Der Kita-Neubau, der Anbau für die Grundschule, das DRK-Seniorenwohnheim, die Regiotram-Haltestelle und zuletzt die neue Verkehrsunterführung an der Schenkebier Stanne, die den beschrankten Bahnübergang ersetzt. Gerade für das letzte Projekt sei ein langer Atem nötig gewesen, sagt Eichler. „Es wäre fahrlässig gewesen, in der heißen Phase für eins dieser wichtigen Vorhaben zu gehen.“ Zufrieden ist der Kommunalpolitiker auch, dass es gelang, eine Westtangente durch den Stadtteil zu verhindern.

Stadtteil ist Schmuckstück

Etwa acht Stunden pro Woche, schätzt Eichler, hat er für das Ehrenamt am Telefon und am Computer gesessen oder war im Stadtteil unterwegs. Seine Motivation für das Engagement sei stets gewesen, „etwas zu bewegen und die Interessen der Menschen am Jungfernkopf zu vertreten“, sagt der Vater von zwei Söhnen. Gravierende Probleme hat der Stadtteil nicht. „Ich bin mit mir im Reinen und gebe ein Schmuckstück ab“, sagt Eichler, der seine Person in zwölf Jahren nie in den Vordergrund gedrängt hat, sondern sich als Teil des Ortsbeirats verstand und über Themen definierte.

Der Jungfernkopf - erst seit 1981 ein eigener Stadtteil - sei in den vergangenen zwölf Jahren erwachsen geworden, bilanziert der Ortsvorsteher. „Wir spielen jetzt in einer Liga

mit den anderen Stadtteilen.“ Für die kommenden Jahre gelte es, die Wohnqualität im Stadtteil zu erhalten und zu verhindern, dass der Durchgangsverkehr zunimmt.

Im Ortsbeirat wird Eichler vorerst weiter mitgestalten - auch um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Auf ein wenig mehr Zeit freue er sich aber auch, gibt der 44-Jährige zu. Mehr Sport und mehr Reisen hat er sich vorgenommen.

Der Ortsbeirat Jungfernkopf tag heute ab 19 Uhr im Bürgerhaus (Zum Feldlager 83).

Von Katja Rudolph

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