Verzicht auf Neubau - Museumsmeile steht auf der Kippe

Aus für Justizzentrum am Brüder-Grimm-Platz - Museumsmeile auf der Kippe

Kassel. Nun steht es fest: Das Justizzentrum am Brüder-Grimm-Platz wird nicht gebaut. Wegen der drastisch gestiegenen Kosten hat sich das Land von seinen Plänen verabschiedet, den hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH), das Verwaltungsgericht und das Sozialgericht an einem Standort zu vereinen.

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Das Vorhaben werde nicht weiter verfolgt, heißt es aus dem Finanzministerium. Grund für den Kostenanstieg ist der hohe Sanierungsbedarf des VGH-Gebäudes aus den 1950er-Jahren. Statt 20,8 Millionen würde das Justizzentrum einschließlich Neubau 31,5 Millionen Euro kosten. Das hessische Finanzministerium und das Immobilienmanagement untersuchen derzeit Alternativen. Zwei Optionen stehen im Raum: Die Unterbringung des VGH in dem ehemals vom Bundesarbeitsgericht (BAG) genutzten und nun leer stehenden Gebäudeflügel am Bundessozialgericht. Und die Sanierung des VGH-Altbaus.

Der Verzicht auf den Bau des Justizzentrums hat auch Auswirkungen auf die Museumsplanung von Stadt und Land: Die Pläne für die Einrichtung einer Grimm-Stätte in der Torwache, die derzeit den Sitzungssaal des VGH beherbergt, sind davon ebenso betroffen wie die Neubaupläne für die Grimm-Welt und das Tapetenmuseum auf dem Weinberg.

Selbst wenn der VGH am Brüder-Grimm-Platz bleiben sollte, wird der ursprünglich für die Ansiedlung der beiden anderen Gerichte vorgesehene Bauplatz an der Wilhelmshöher Allee nicht mehr benötigt. Sollte der VGH in den ehemaligen BAG-Flügel an der Heerstraße ziehen, wäre auch der Altbau frei. Das Land denkt bereits darüber nach, das Tapetenmuseum am Grimm-Platz anzusiedeln.

Der Standort an der historischen Torwache, in der die Brüder Grimm eine Zeitlang lebten, bietet sich aus Sicht des Landes auch für die „Grimm-Welt“ an. Die Stadt hat bereits abgewunken. Sie will am Weinberg bauen.

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