Konzernchef Steiner sieht Potenzial

K+S setzt weiter auf zwei Sparten

Kassel. Was Vorstandschef Norbert Steiner während der Hauptversammlung des Kasseler K+S-Konzerns in der Stadthalle am Mittwoch zu sagen hatte, gefiel den 1150 Aktionären gut. Auch wenn der Kali- und Salzproduzent im ersten Quartal ein Umsatzminus von sieben Prozent auf fast 1,2 Mrd. Euro sowie einen Reingewinn-Einbruch von 26 Prozent auf 141,5 Mio. Euro einstecken musste.

Analysten hatten aber mit wesentlich schlechteren Zahlen gerechnet.

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Dass die am Ende besser waren, hat vor allem zwei Gründe: Die im Zuge des Auseinanderbrechens des russisch-weißrussischen Kalikartells BPC drastisch gefallenen Weltmarktpreise haben sich ein wenig erholt, und das Salzgeschäft ist infolge einer starken Nachfrage in den USA und Asien deutlich besser gelaufen als erwartet. Hinzu kommt, dass das Sparprogramm „Fit für die Zukunft“, mit dem K+S in den nächsten Jahren 500 Mio. Euro einsparen will, zu greifen beginnt.

Kein Wunder also, dass Steiner die Zahlen in bester Laune, aber nicht euphorisch vortrug. Zumal er fürs Gesamtjahr gewohnt vorsichtig blieb. An der bisherigen Prognose eines „moderaten Umsatzes und eines deutlichen Ergebnisrückgangs“ hält er unverändert fest. 2013 hatte K+S fast vier Mrd. Euro umgesetzt und unterm Strich knapp 435 Mio. Euro verdient – fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Steiner gab sich aber überzeugt, dass K+S mit seiner Zwei-Säulen-Strategie – Kali und Salz – auch mittel- und langfristig erfolgreich sein werde. „Wir gewinnen und verarbeiten Rohstoffe, die gebraucht werden, wir arbeiten kontinuierlich an der Steigerung unserer Produktivität und wir sind ein Unternehmen mit einer klaren Strategie“, sagte der Vorstandschef unter dem Beifall der Aktionäre.

Aber die hatten nicht nur Lob für den langjährigen Konzernlenker übrig. Aktionärsschützer kritisierten vor allem den Dividendenvorschlag. So sinkt die Ausschüttung angesichts von Gewinneinbruch und Rekord-Investitionen von 1,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 742,5 Mio.) von 1,40 Euro auf 25 Cent. K+S, so deren Argumentation, sei finanziell stark genug für eine höhere Dividende.

Ebenso wenig konnte sich der Umweltschützer Prof. Gerd Rohmann aus Gieselwerder durchsetzen, der einen Dividenden-Verzicht zugunsten zusätzlicher Umweltinvestitionen forderte. Aufsichtsratschef Ralf Bethke belehrte ihn, dass dies aus aktienrechtlichen Gründen juristisch zumindest sehr bedenklich sei, weil ja ein Gewinn erzielt worden sei. Bestenfalls könne er, Rohmann, beantragen, die in Frage stehenden fast 48 Mio. in die Gewinnrücklage umzuleiten, was dieser auch tat. Erwartungsgemäß fand dieser Antrag keine Mehrheit.

Der Aktie taten die Zahlen gut. In der Spitze legte das Papier in einem schwachen Marktumfeld um 3,2 Prozent zu, schloss aber mit einem Plus 0,8 Prozent bei 26,60 Euro.

Von José Pinto

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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