Bei den Investitionen soll aber nicht gespart werden

K+S erwartet ein mageres Jahr

Das Kali-Geschäft läuft derzeit schlecht. Die Preise sind niedrig. Unser Archivfoto entstand im Besucherbergwerk Merkers in Thüringen.

Kassel. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S stellt sich, seine Mitarbeiter und Aktionäre auf ein mageres Jahr ein.

Wie Vorstandschef Norbert Steiner am Donnerstag bei Vorlage des Geschäftsberichts für 2013 in Frankfurt erklärte, erwartet der Dax-Konzern für das laufende Jahr bei etwas geringerem Um- und gleichbleibendem Absatz einen Reingewinn, der „deutlich niedriger ausfallen wird als im Vorjahr“. Konkrete Zahlen nannte der Manager nicht.

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Die Börse reagierte prompt. Nach einem Abschlag von gut zwei Prozent am Vortag brach die K+S-Aktie gestern um 9,87 Prozent auf 22,10 Euro ein. Da half auch die Mittel- und Langfristprognose nichts, die von einer Verdoppelung des Gewinns bis 2020 ausgeht.

Grund für die durchwachsene Prognose ist der anhaltend niedrige Weltkalipreis infolge des weißrussisch-russischen Kalistreits. Wie berichtet, hatte die russische Uralkali Ende Juli 2013 das jahrzehntelange Kartell BPC mit der weißrussischen Belaruskali beendet und angekündigt, die Märkte mit billigem Dünger zu fluten. Daraufhin sank der Kalipreis drastisch. BPC und sein nordamerikanisches Gegenstück Canpotex handeln seit jeher die Kalipreise mit den Kunden aus. K+S gehört keinem der beiden Kartelle an, orientiert sich aber an deren Preisen.

Bereits im vergangenen Jahr wirkten sich die stark gesunkenen Kalipreise auf die K+S-Zahlen aus. Das operative Ergebnis sank um 18 Prozent auf 656 Mio. Euro, der Reingewinn sackte sogar um fast ein Drittel auf435 Mio. Euro (die HNA berichtete). Dass es nicht noch schlimmer kam, lag am guten Kaligeschäft vor dem Zerfall des Osteuropa-Kartells sowie am hervorragenden Salzgeschäft infolge des ungewöhnlich langen und harten Winters in Europa.

Jetzt will und muss K+S den Gürtel enger schnallen. 500 Mio. Euro sollen angesichts deutlich sinkender Gewinne in den kommenden drei Jahren eingespart werden – insbesondere bei Sachkosten und Prozessen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, aber den Wegfall von Jobs will Steiner nicht grundsätzlich ausschließen – etwa durch nicht Wiederbesetzen frei werdender Stellen.

Dagegen soll bei den laufenden Investitionen nicht gespart werden. Das gilt insbesondere für das Legacy-Projekt in Kanada – ein neues Kalibergwerk inclusive Aufbereitungsanlage auf der grünen Wiese, die Mitte 2016 in Betrieb genommen werden soll. Gesamtkosten: Fast 2,7 Milliarden Euro. Allein in diesem Jahr sollen 800 Mio. Euro in das Zukunftsprojekt fließen. Insgesamt will K+S in diesem Jahr 1,2 Mrd. Euro investieren, ein guter Teil davon auch in den Gewässerschutz im hessisch-thüringischen Werra-Revier zur massiven Reduzierung der Salzabwassermenge.

Von José Pinto

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