Nach turbulentem 2013

K+S-Vorstand und Beschäftigte blicken optimistischer in die Zukunft

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Erwartet für das Gesamtjahr ein ordentliches Geschäft: der Kasseler K + S-Konzern.

Kassel. Nach einem turbulenten Jahr 2013 mit dem drastischen Verfall des Weltkalipreises, dem tragischen Grubenunglück in Unterbreizbach mit drei Toten und der Ankündigung eines weitreichenden Sparprogramms hat sich die Stimmung des Kali- und Salzproduzenten K + S  wieder deutlich aufgehellt.

Das hat mehrere Gründe: Der Kalipreis, der im Zuge des Auseinanderbrechens des russisch-weißrussischen Kalikartells BPC auf steile Talfahrt gegangen war, ist nicht weiter gesunken und hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Die Nachfrage im Heimatmarkt Europa sowie in Südamerika ist anhaltend gut. Das Salzgeschäft brummt und hat im ersten Halbjahr fast die Hälfte zum Konzernumsatz beigetragen. Und nicht zuletzt ist es dem einzigen Dax-Konzern in der Region gelungen, den ersten Teil seines ambitionierten Sparprogramms unaufgeregt und ohne den anfänglich befürchteten Personalabbau umzusetzen.

Dass sowohl das 360-Millionen-Investment zum Gewässerschutz im hessisch-thüringischen Kalirevier planmäßig verläuft und auch die Erschließung des neuen Kalibergwerks in der kanadischen Wildnis gut vorankommt, tut ein Übriges. In Nordamerika verbaut Deutschlands einziger Rohstoffkonzern von Rang 2,8 Milliarden Euro. Mitte 2016 soll die neue Grube an den Start gehen und in der Endausbaustufe bis zu 2,85 Millionen Tonnen Kali liefern, was einem Drittel der aktuellen jährlichen K + S-Förderkapazität entspricht.

Dr. Burkhard Lohr

Insofern blicken Vorstand und Belegschaft in diesen Tagen wieder deutlich optimistischer nach vorn als noch vor einem halben Jahr, als Unwägbarkeiten und die zahlreichen Baustellen des Konzerns vielen ernsthafte Sorgen bereiteten. Kein Wunder also, dass Finanzvorstand Dr. Burkhard Lohr Optimismus verbreitet. „K + S hat eine gute Perspektive“, sagte er in einer Video-Botschaft. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung werde Kali auch künftig ein gefragter Rohstoff bleiben.

Gleichzeitig wird die Salzsparte immer wichtiger. Als die Kalinachfrage gering und die Preise schlecht waren, erwies sich das Salzgeschäft als Stabilitätsanker. In den vergangenen Jahren hat Vorstandschef Norbert Steiner die weniger ertragreiche Sparte immer wieder gegen Kritiker verteidigt. Erst in der Hauptversammlung im Frühjahr hat er unmissverständlich erklärt, dass der Kasseler Konzern an der Zweisäulenstrategie Kali und Salz festhalte.

Die Halbjahreszahlen geben ihm recht. Die Salzsparte hat die Umsatz- und Ergebnisrückgänge im Kalibereich zumindest teilweise ausgeglichen. Und vor dem Hintergrund stark wiederholt schwankender Kalipreise macht sie die Kasseler weniger anfällig für Marktturbulenzen. Der Aktie half dies nicht. Das K + S-Papier gab gestern nach anfänglich deutlichen Verlusten um nur 0,14 Prozent auf 24,20 Euro nach.

Von Jose Pinto

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