K+S: Weniger Umsatz, weniger Gewinn - aber erhöhte Prognose

Kassel. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S hat sich in den ersten neun Monaten des Jahres allen Widrigkeiten zum Trotz besser geschlagen als erwartet und die Jahresumsatzprognose leicht sowie die fürs Ergebnis deutlich nach oben korrigiert.

So soll sich der Umsatz bei 3,7 bis 3,9 Milliarden Euro einpendeln. Bislang waren hier 3,65 bis 3,85 Mrd. Euro erwartet worden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll sich vor allem dank steigender Kalipreise auf 580 bis 640 Millionen Euro belaufen.

Aktualisiert um 20.45 Uhr

Bislang lag die Ebit-Prognose mit 490 bis 570 Mio. Euro gut 15 Prozent unter der aktuellen Annahme. Damit übertrifft K+S die Erwartungen der meisten Marktbeobachter und dürfte das sehr gute Ergebnis des vergangenen Jahres – 656 Mio. Euro – nur knapp verfehlen. Einen erheblichen Beitrag zu der guten Rendite steuert das vor einem Jahr aufgelegte Sparprogramm „Fit für die Zukunft“ bei, das bereits gut 100 Mio. Euro gebracht hat. Betroffen waren alle Konzernbereiche. Bis Ende 2016 soll es rund eine halbe Mrd. Euro einsparen. Allerdings muss K+S beim Konzernergebnis, also dem Reingewinn, einen Einbruch von 18,7 Prozent auf knapp 290 Mio. Euro hinnehmen. Grund sind höhere bergbauliche Rückstellungen sowie höhere Zinslasten für zwei neue Anleihen.

Unterdessen hat Deutschlands Rohstoffkonzern Nummer eins in den ersten neun Monaten ein Umsatzminus von 5,9 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro sowie einen Ebit-Rückgang von 8,2 Prozent auf 511 Mio. Euro erlitten. Die meisten Analysten hatten aber schwächere Zahlen erwartet. Dass es am Ende doch besser lief, ist einem unerwartet starken dritten Quartal zu verdanken. In den Monaten Juli bis September stieg der Umsatz um ein Prozent auf 827 Mio. Euro, das Ebit wuchs sogar um 16 Prozent auf 134 Mio. Euro, was überwiegend auf das Konto anziehender Kalipreise geht, aber auch einem guten Auftausalz-Geschäft in Nordamerika zu verdanken ist.

Die Investitionen in den ersten drei Quartalen schnellten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 50 Prozent auf 731 Mio. Euro in die Höhe. Der Großteil des Geldes floss in den Bau eines neuen Kali-Bergwerks in Kanada, das insgesamt 2,8 Mrd. Euro verschlingen und 2016 in Betrieb gehen soll. Aber auch die Investitionen zum Gewässerschutz an der Werra schlugen mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu Buche.

Finanzvorstand Dr. Burkhard Lohr erklärte, dass K+S „baldmöglichst zu einer Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent“ des Ergebnisses zurückkehren wolle. Das Geschäft entwickle sich robust. Die Preise stiegen moderat. Langfristig sei er optimistisch. K+S sei mit der Zweisäulenstrategie Kali und Salz bestens für die künftigen Herausforderungen gewappnet.

Der Aktie bescherten diese Zahlen einen Kursaufschlag. In der Spitze legte sie um sechs Prozent auf 23,65 Euro zu. Im Laufe des Tages gab die Aktie aber einen Teil ihrer Gewinne ab und beendete den Handel mit plus 1,61 Prozent bei 22,66 Euro.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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