Übernahme-Poker um K+S gewinnt an Tempo: Potash lässt nicht locker

Kassel. Der kanadische Düngemittelproduzent Potash bekräftigt trotz der Ablehnung des deutschen Konkurrenten K+S seine Pläne, den Kasseler Dax-Konzern zu übernehmen und fordert das Management zu Gesprächen hierüber auf.

Das geht aus einer Mitteilung von Potash hervor. Damit reagierte das Unternehmen auf die Zurückweisung des vor zehn Tagen unterbreiteten Angebots von 41 Euro je Aktie. Sollte die Übernahme zustanden kommen, müsste Potash aus heutiger Sicht zehn Milliarden Euro für die Übernahmen hinblättern – Schulden inklusive.

Aktualisiert um 13.50 Uhr

In einer sehr versöhnlichen gehaltenen Mitteilung heißt es, dass der Übernahmevorschlag nicht auf die Schließung von Minen, Produktionsdrosselung, den Abbau von Personal und Verkauf der K+S-Salzsparte abziele, sondern auf die Bildung eines „herausragenden Unternehmens mit minimalen Überschneidungen“. „Nach unserer Überzeugung würde der Zusammenschluss ein kapitalstarkes Unternehmen schaffen, das hinsichtlich Produkten, Regionen, Produktion, Vertrieb und Kunden stärker diversifiziert wäre“, wirbt Potash-Chef Jochen Tilk für seine Pläne.

Sein Vorschlag wahre die Interessen der Aktionäre und Beschäftigten gleichermaßen, sagte der deutsche Manager weiter ohne konkret zu werden. Er zeigt sich zuversichtlich, die K+S-Bedenken in persönlichen Gesprächen ausräumen zu können.

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Nach Auffassung der Kasseler ist das Angebot zu niedrig. Außerdem kritisieren sie, dass die Zusagen hinsichtlich Standort- und Beschäftigungssicherung sowie Sozial- und Umweltstandards zu vage seien. Sie pochen für den Fall der Annahme des bislang noch freundlichen Angebots auf gerichtsfeste Vereinbarungen. Offiziell hieß es gestern: „Die Presse-Information von Potash enthält nichts Neues. Daher gibt es keine Grundlage für Gespräche. Grundsätzlich werden wir jeden neuen Vorschlag prüfen, wie es unsere Verpflichtung ist.“

Marktbeobachter und Analysten zeigten sich überrascht darüber, dass das Angebot von 41 Euro nicht nachgebessert wurde, verwiesen aber auch auf den Umstand, dass es bislang nicht um eine öffentliche Offerte, sondern lediglich um einen Vorschlag gehe.

Nach einer feindlichen Übernahme sieht es derzeit nicht aus. Tilk unterstrich die Bedeutung von Management und Belegschaft für den Erfolg einer Übernahme.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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