Konzern ist überzeugt: Genehmigungen für Salzabwasser-Versenkung rechtskräftig

Nach Razzia: K+S weist Thüringer Vorwürfe zurück

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Kassel. Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S weist Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Meiningen, von 1999 bis 2007 möglicherweise illegal Salzabwasser in den Untergrund der Gerstunger Mulde in Thüringen versenkt zu haben, als „unzutreffend“ zurück.

Das geht aus einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter hervor, die der HNA vorliegt. Darin heißt es weiter, dass man gegen die vorläufige Sicherstellung von Unterlagen und Dateien Widerspruch eingelegt habe. Die Sprecherin des federführenden Landeskriminalamts in Thüringen, Tina Büchner, war heute für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Wie berichtet, hatten 150 Ermittler und Polizisten in der vergangenen Woche zwei Tage lang die Konzernzentrale in Kassel, Räume der Werke Philippsthal und Unterbreizbach sowie die Privathäuser von K+S-Vorstandschef Norbert Steiner und Aufsichtsratsvorsitzendem Ralf Bethke wegen des Verdachts „des „unerlaubten Umgangs mit Abfällen“ durchsucht. Die Ermittlungen richten sich auch gegen zwei Mitarbeiter des Landesbergamts Thüringen, die seinerzeit die entsprechenden Genehmigungen erteilt hatten.

„Ermittlungen unterstützen“

K+S zeigt sich „nach eingehender Prüfung“ in dem Schreiben „überzeugt, dass die erteilten Genehmigungen rechtmäßig sind“. Ungeachtet dessen werde man die Untersuchungen der Ermittlungsbehörden weiter unterstützen. Gleichzeitig heißt es, dass K+S externe Rechtsanwälte zum Schutz des Unternehmens und beschuldigter Mitarbeiter beauftragt habe.

Strafanzeige aus Gerstungen

Ausgangspunkt der Untersuchungen ist eine Strafanzeige der Gemeinde Gerstungen, die um ihr Trinkwasser fürchtet, da das versenkte Abwasser nicht – wie angenommen – im Plattendolomit bleibt, sondern sich unkontrolliert verteilt.

Die K+S-Aktie verlor heute in einem sehr schwierigen Marktumfeld 3,35 Prozent auf 33,07 Euro und damit etwas stärker als der Dax.

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