Finanziert aus Studienbeiträgen

Auf dem Campus-Parkplatz entsteht ein neuartiges Lerngebäude der Uni

Göttingen. Was man aus Studiengebühren so machen kann, das können sich Studenten und deren Eltern bald in Göttingen anschauen: Auf dem Campus-Gelände nahe der Innenstadt soll ein neuartiges Gebäude entstehen, das Studenten Räume zum konzentrierten Lernen und Arbeiten bietet.

Das „Lern- und Studiengebäude“ (LSG) wird rund acht Millionen Euro kosten und komplett aus Studienbeiträgen finanziert.

Geplant ist, den Neubau zum Wintersemester 2012/13 in Betrieb zu nehmen. „Es ist der Wunsch der Studierenden selbst, das Geld aus den Studienbeiträgen dafür zu verwenden,“ sagt Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Joachim Münch. Das Gebäude wird keinem Fachbereich zugeordnet. Die Pläne hat das Architekturbüro Reiner Becker (Berlin) entworfen und sich damit bei einem Wettbewerb durchgesetzt.

An britischen Hochschulen gibt es reine Lerngebäude bereits, in Deutschland dagegen verfügt noch keine Universität darüber. Deswegen ist die Uni Göttingen eingeladen, das Konzept demnächst bei einer Tagung in Süddeutschland vorzustellen.

Der Bauausschuss des Stadtrats hat den Bebauungsplan genehmigt, ein Termin für den Baubeginn steht noch nicht fest. Errichtet wird das Lern- und Studiengebäude auf einer Fläche, die jetzt als Parkplatz genutzt wird. Für die Stellplätze soll nahe des Kreuzbergrings Ersatz geschaffen werden. Der U-förmige Bau wird der Zentralmensa zur Weender Landstraße hin vorgelagert. „Damit wird das Universitätsgelände von außen erkennbar“, sagt Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements der Universität.

An der Weender Landstraße soll sich der 64 Meter lange Haupttrakt des LSG entlangziehen. Die Seitentrakte zum Campus hin werden 45 und 36 Meter tief. In vier Geschossen (Erdgeschoss plus drei Etagen) entstehen insgesamt 700 Arbeitsplätze - von vier Quadratmeter großen Lernkabinen bis zu 4er-Räumen. Auch Seminarräume sind vorgesehen, allerdings soll das LSG kein Ausweichquartier für Vorlesungen werden.

„Das werden Arbeitsplätze, wie sie die Studierenden in den Bibliotheken nutzen“, sagt Rainer Bolli. Die Arbeitsgewohnheiten hätten sich verändert, die Studenten lernten weniger am heimischen Schreibtisch. In der Uni-Bibliothek stünden mehrere Hundert Lernplätze zur Verfügung, „und die sind von morgens bis abends besetzt“, hat Bolli beobachtet. Das LSG wird bis in die Nachtstunden geöffnet sein. Gebucht werden die Konzentrations-Kabinen voraussichtlich über die Studentenkarten, wobei jeder Student ein Kontingent zugewiesen bekommen könnte. Die Türen sollen mit den Karten geöffnet werden. Das eine oder andere müsse man testen, sagt Vize-präsident Münch: „Wir betreten schließlich Neuland.“

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