Energieversorger rücken zusammen

EAM kämpft gemeinsam mit Städtischen Werken um Kunden

Wer seine Energie künftig von EAM beziehen möchte, muss selbst aktiv werden und wechseln. Um Kunden zu gewinnen, ziehen  EAM und Städtische Werke an einem Strang.

Zwar haben die zwölf Landkreise in Mittel- und Nordhessen, Südniedersachsen, Ostwestfalen, Westtthüringen sowie die Stadt Göttingen ihre Anteile vom Energiekonzern Eon zurückgekauft haben, doch für die 800.000 Strom- und Gaskunden im Netzgebiet ändert sich erst einmal nichts.

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Städtische Werke und EAM rücken zusammen

„So viele Kunden wie möglich“ soll die neue Vertriebsgesellschaft von EAM und Städtischen Werken nun gewinnen, sagte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD), Aufsichtsratschef der Städtischen Werke. Auf Zahlen, wie viele es bis wann sein sollen, will sich EAM-Geschäftsführer Georg von Meibom nicht festlegen. Ende des Jahres könne man eine erste Bilanz ziehen. EAM hat erst seit Anfang Juli einen eigenen Vertrieb.

Den Start des gemeinsamen Vertriebs sollen 20 bis 30 Mitarbeiter beider Unternehmen stemmen. Nach und nach könnten dann neue Jobs entstehen, sagte von Meibom.

Kunden, die sich im Internet über Gas- und Strompreise informieren, werden weiter sowohl EAM als auch die Städtischen Werke finden. Ziel sei es, dass sich beide keine Konkurrenz machen, sondern als starker kommunaler Spieler auf einem regionalen Markt mit etwa 70 Strom- und 30 Gasanbietern auftreten. „Wir wollen eine Kannibalisierung beider Unternehmen verhindern“, erläuterte Hilgen. EAM-Aufsichtsratschef Robert Fischbach (CDU), Ex-Landrat Marburg-Biedenkopf, stimmt dem zu: Hauptgeschäftsfeld von EAM sei der Netzbetrieb, „aber der Vertrieb ist das Gesicht des Unternehmens“.

Einen engeren Zusammenschluss beider Unternehmen wollten Hilgen und Fischbach für die Zukunft nicht ausschließen. Allerdings gebe es gute Gründe, warum sich die Stadt Kassel noch nicht an EAM beteiligt hat, sagte Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD). „Wir haben ein eigenes Versorgungsunternehmen.“

Gemeinsam aktiv wollen beide auch auf dem Telekommunikationsmarkt werden. Dazu hat sich EAM eine Kaufoption an der Städtischen Werke-Tochter Netcom gesichert. Telekommunikationsleitungen würden gebraucht, um Stromnetze „intelligent“, sagte EAM-Geschäftsführer Thomas Weber. Automatisiert könnten zum Beispiel Zählerstände übermittelt werden.

Von Interesse sei aber auch der Ausbau von schnellen Internet-Leitungen in ländlichen Regionen. „Wir haben die Flächenpräsenz und Infrastruktur“, sagte Weber. „Die Städtischen Werke haben mit der Netcom das Knowhow.“ (clm)

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