Kirchen heiß begehrt

Käufer für Briefmarken mit Gotteshäusern standen Schlange

+
Briefmarken gingen weg wie warme Semmeln: Britta Westermann und Tochter Jannika (8) von der Sankt-Andreas-Gemeinde nahmen zwei Briefmarkenbögen mit. Klaus Depta, Medienbeauftragter des Bistums, kassierte, Markus Agricola von Sankt Familia (rechts) schnitt Bögen zurecht.

Kassel. Zum Gottesdienst lange Schlangen am Eingang ihrer Kirche, das ist wohl ein Wunschtraum vieler Pfarrer, der nicht so so oft in Erfüllung geht. Anders war das in den Räumen des Kasseler Stadtmarketings.

Schon zum Auftakt des Verkaufs von druckfrischen Briefmarken mit Motiven katholischer Gotteshäuser aus der Region am Samstag standen die Kaufwilligen in langer Reihe an.

Klaus Depta, Medienbeauftragter des Bistums Fulda, Markus Agricola, Diakon von Sankt Familia, und Harald Greiner vom Verwaltungsrat dieser Kirchengemeinde hatten alle Hände voll zu tun, um die Wünsche ihrer Kunden zu befriedigen.

Die meisten Briefmarkensammler stellten sich anschließend bei Dieter Josefiak, Vetriebsmanager der Deutschen Post, an, der die Marken mit dem Poststempel versah. Der Andrang und die Eile sind verständlich. Schließlich sind nur 1000 Stück je Kirchenmotiv gedruckt worden.

Die 58-Cent-Marken mit dem Bild von zehn verschiedenen katholischen Gotteshäusern sind ein echtes Postwertzeichen. „Das sieht man am Barcode auf der Marke“, sagt Josefiak.

Doch die wenigsten Käufer dürften die Marken zum Briefeversenden benutzen: Sie sind für viele ein schönes Andenken an ihre Kirche. So ist das bei Britta Westermann aus Kassel. Das Gotteshaus ihrer Sankt-Andreas-Gemeinde sei auch abgebildet, sagt sie und fügt hinzu: „Das ist eine tolle Idee und auch eine gute Werbung für Kassel.“

Wertsteigerung

Doch auch Sammler wittern ihre Chance: „Ich kaufe die Marken nicht wegen der Wertsteigerung sondern weil es relativ wenige Briefmarken mit Kirchenmotiven gibt“, sagt Hellmut Jensch aus Kassel. Er notiert sich gleich das Datum, wann im Januar in Hünfeld die nächsten Marken mit weiteren Gotteshäusern ausgegeben werden.

Weihnachtsgeschenk: Silke Stolzenberg (mit Sohn Felix) stellte einen Ersttagsbrief mit den Kirchenbriefmarken zusammen.

Die Marken sind auch als Weihnachtsgeschenk begehrt: Silke Stolzenberg aus Niestetal klebt die verschiedenen Motive auf einen Ersttagsbrief, den sie später abstempeln lassen wird.

„Den bringen wir meinem Schwiegervater in Bayern zu Weihnachten mit. Der ist nämlich Sammler“, sagt die junge Frau. Währenddessen stellt sich ihr Mann Marcus erneut in die Schlange. „Wenn ich gewusst hätte, dass das einen solchen Hype auslöst, hätte ich gleich auch ein paar Marken für uns selbst gekauft“, sagt er.

Die Kirchenbriefmarken sind noch in den Pfarreien der abgebildeten Gotteshäuser erhältlich, solange der Vorrat reicht.

Von Peter Dilling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.