Kasseler räumt ein, an Hooligan-Demos teilgenommen zu haben

Kagida-Organisator  Viehmann: „Distanziere mich stark von NPD“

Organisiert Kagida-Demo: Michael Viehmann. Foto:  bf

Kassel. Beim Organisationsteam der Gruppe „Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kagida) wirkten keine Mitglieder der NPD mit. Das sagt Michael Viehmann, Veranstalter der Kundgebung.

Unter seine rund 80 Zuhörer am Montagabend auf dem Scheidemann-Platz hatten sich dennoch welche gemischt. Fotos in dem sozialen Netzwerk Facebook zeigen Daniel Lachmann und Stefan Jagsch, beide sind Mitglieder des NPD-Landesvorstandes Hessen.

„Ich distanziere mich sehr stark von der NPD. Ich kenne diese Damen und Herren überhaupt nicht“, sagte Viehmann am Dienstag auf Anfrage der HNA. Er könne natürlich nicht verhindern, dass auch Mitglieder der NPD zu der Veranstaltung der Kagida kommen. Viehmann sagt, dass die Kasseler Gruppe nichts mit Parteien zu tun haben wollen. „Ich spreche nur das aus, was alle denken“, so der 46-Jährige, der über 20 Jahre in verschiedenen Kasseler Gastronomie-Betrieben (zum Beispiel Spot) gearbeitet hat.

Plakate in Nordstadt

Seinen letzten Job in einem Supermarkt in der Nordstadt hat Viehmann erst kürzlich verloren. Grund für die wohl einvernehmliche Kündigung mit dem Arbeitgeber seien Steckbriefe gewesen, die mit seinem Foto rund um den Markt von einer antifaschistischen Gruppe (Antifa) angebracht wurden. Auf dem Plakat war zu lesen, dass ein Neonazi in dem Supermarkt arbeite und Viehmann ein Rassist sei. Er habe sowohl an der Hogesa-Demo (Hooligans gegen Salafisten) in Köln mit rassistischen Ausschreitungen als auch an der in Hannover teilgenommen. Auf dem Plakat steht zudem: „Michael Viehmann, wer Neonazis unterstützt, bekommt Probleme mit der Antifa!“

Viehmann bestätigt die Teilnahme an den beiden Hogesa-Demonstrationen, bestreitet aber, ein Hooligan oder Nazi zu sein. Aus der Gastronomie kenne er eben viele Menschen aus allen Bereichen, dazu zählten auch Hooligans oder Punks.

Zur Demo nach Köln sei er mit einem Freund gefahren („Das war eine Spontanaktion.“), und in Hannover habe er sich als Ordner gemeldet und bei Facebook einen Aufruf zur gemeinsamen Teilnahme gestartet. Allerdings arbeite niemand der Hogesa im Orga-Team der Kagida mit.

Die nächste Demonstration der Kagida am kommenden Montag auf dem Philipp-Scheidemann-Platz sei vom Ordnungsamt bereits genehmigt worden, sagt Viehmann. (use/clm)

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