Unterbezirksvorsitzender bekommt 83 Prozent - Für viele Ortsvereine wird es eng

Unterbezirksparteitag: Kaiser bleibt SPD-Chef

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Der neue Vorstand des SPD-Unterbezirks Kassel-Stadt: von links Jügen Kaiser (Vorsitzender), Sabine Wurst, , Schatzmeisterin Judith Boczkowski und Wolfgang Decker.

Kassel. Einen Gegenkandidaten gab es nicht und so ging es nur um die Frage, welches Ergebnis Jürgen Kaiser beim Unterbezirksparteitag der SPD einfahren würde. 83 Prozent der Delegierten stimmten für den hauptamtlichen Kasseler Bürgermeister.

Er holte 117 von 140 Stimmen der Delegierten. Zur Erinnerung: Vor knapp drei Jahren, als der Druck nach dem Rücktritt von Dr. Bernd Hoppe noch sehr viel größer war, kam Kaiser auf 90,5 Prozent.

Besser als seine Stellvertreter schnitt er auch diesmal ab. Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Decker kam auf 81 Prozent, Enrico Schäfer auf 72 Prozent und die Jungsozialistin Sabine Wurst auf 59 Prozent. Schatzmeisterin Judith Boczkowski bekam 84 Prozent der Simmen.

Schrammen bei Wahl

Die Oberbürgermeisterwahl mit Bertram Hilgen haben sie im ersten Durchgang gewonnen, bei der Kommunalwahl gab es zwar Schrammen, aber längst nicht so hohe Verluste wie bei der CDU. Unter dem Strich zeigten sich die Kasseler Genossen zufrieden. Und dennoch: Manche SPD-Mitglieder drängen auf mehr inhaltliche Profilierung. Bei der schwächelnden Bundespartei sowieso, aber auch vor Ort.

Die Jusos preschten deshalb mit dem Antrag vor, neben den Parteitagen auch Basiskonferenzen einzurichten. Als Sabine Wurst dies für die SPD-Nachwuchsorganisation etwas detaillierter begründete, gab es von vielen altgedienten Delegierten ungeduldiges Murren. Dem Kompromissvorschlag von SPD-Urgestein Lisa Vollmer, Themenkonferenzen einzuberufen, stimmte die Mehrheit zu.

Arbeit, von der man auch leben kann und Wirtschaftsförderung im Einklang mit dem Umweltschutz, darum könnte es gehen. Wolfgang Decker sprach das bei seiner Rede an.

1600 Mitglieder

Ein großes Thema betrifft das Innenleben der SPD. Der alte und neue Unterbezirksvorsitzende deutete diesmal nur an, was demnächst konkreter werden soll. 22 Ortsvereine der SPD in Kassel sind einfach zu viel. Selbst die mit 1600 Mitgliedern immer noch eindeutig größte Partei in Kassel hat Schwierigkeiten, überall handlungsfähige Strukturen aufrecht zu erhalten. Am Brasselsberg war es nicht leicht, Kandidaten für den Ortsbeirat zu finden. In der Südstadt gibt es keinen Nachrücker für ein ausgeschiedenes Ortsbeiratsmitglied. Es gibt auch Positivbeispiele wie Nordshausen und Fasanenhof. Trotzdem könnte im Extremfall die Zahl der Ortsvereine auf weniger als die Hälfte schrumpfen.

Ein Antrag fiel neben den Bekenntnissen zum Atomausstieg, dem Kampf gegen Lohndumping und für ein NPD-Verbot aus dem Rahmen. Die Kasseler Genossen haben sich sich von der roten Nelke als Symbolblume verabschiedet. Sie soll jetzt wie bei anderen Europäischen Sozialdemokraten und Sozialisten durch eine rote Rose ersetzt werden. Margret Kistner (73) vom Ortsverein Süsterfeld/Helleböhn hatte nach einigen vergeblichen Versuchen mit diesem Antrag jetzt Erfolg.

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