Analysten rechnen mit Einnahmerückgang

K+S legt Quartalszahlen vor: Milder Winter drückte Absatz

Kassel. Der milde Winter zu Jahresanfang und niedrigere Kalipreise haben Spuren in der Bilanz des Kasseler Kali- und Salzproduzenten K+S hinterlassen.

Zwar stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten geringfügig auf knapp drei Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank aber um elf Prozent auf 625,3 Mio. Euro.

Dass unterm Strich mit 509,1 Mio. Euro 20 Prozent mehr Reingewinn blieb als im Vorjahreszeitraum, liegt am Verkauf des Stickstoffgeschäfts Nitrogen, der am 2. Juli wirksam wurde. Weil Kommunen und Straßenmeistereien nach dem milden Winter 2011/12 auf vollen Salzlägern sitzen, verläuft die Nachfrage nach Auftausalz schleppend. Im Kali-Geschäft herrscht derweil Unsicherheit, weil die russische und nordamerikanische K+S-Konkurrenz noch keine Rahmenverträge mit den Großabnehmern China und Indien abgeschlossen haben. Diese sind preisbildend für den Rest der Welt und somit auch für den K+S-Konzern, der in Europa Marktführer und in Südamerika gut im Geschäft ist. Diese Ungewissheit verschreckte auch die Anleger. Das K+S-Papier, das seit Monaten schwächelt, gehörte gestern mit einem Minus von 4,51 Prozent auf 34,29 Euro zu den größten Verlieren im Dax. Dazu trug auch die leichte Korrektur der Prognosen bei.

Demnach erwartet K+S für das Gesamtjahr nur noch ein Ebit von 820 Mio. Euro an. Bisher hatte man 820 bis 900 (Vorjahr: 906,2) Mio. Euro angepeilt. Der Reingewinn aus dem laufenden Geschäft soll mit 530 Mio. Euro etwas geringer ausfallen als bislang erwartet. Mit dem Erlös aus der Nitrogen-Veräußerung dürfte der Überschuss aber über dem von 2011 liegen. Vorstandschef Norbert Steiner bezeichnete den Geschäftsverlauf in der Hauptsparte Kali- und Magnesiumprodukte als robust und stellte für das kommende Jahr einen leichten Umsatz- und Ergebnisanstieg in Aussicht, sofern das Salzgeschäft spürbar anziehe.

Als Grund für den Optimismus nannte Steiner unter anderem die anhaltend hohen Preise für Agrarrohstoffe und Lebensmittel und in der Folge eine steigende Nachfrage nach Dünger. Der Vorstandschef bekräftigte auch die bisherige Dividendenpolitik, nach der 40 bis 50 Prozent des Gewinns ausgeschüttet werden. Demnach stünden die Chancen auf eine höhere Dividende nach wie vor gut, sagte Steiner. Im vergangenen Jahr schüttete der Dax-Konzern 1,30 Euro je Aktie aus.

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