Überwiegend zufriedene Aktionäre bei der Hauptversammlung von K+S

Kali- und Salzproduzent K+S: Gute Zahlen, gute Laune

K+S-Werk in Heringen: Im Hintergrund ist eine Kali-Abraumhalde zu sehen. Der Regen spült große Menge Salz aus und nimmt es ins Erdreich mit. Nun gibt es Pläne, die Berge abzudecken. Archivfoto: Thonicke

Kassel. Sichtlich gut gelaunt hat der Vorstandschef des Kasseler Kali- und Salzproduzenten K+S, Norbert Steiner, am Dienstag im Rahmen der Hauptversammlung mit 1000 Anteilseignern, Aktionärsvertretern und Analysten hervorragende Quartalszahlen vorgelegt.

Vor einem Jahr noch wusste keiner, wohin die Reise in der Branche gehen würde, die Ende Juli 2013 infolge des russisch-weißrussischen Kalikriegs in eine tiefe Krise gerutscht war. Die scheint nun überwunden.

Ein sehr gutes Salzgeschäft in Nordamerika, der auf 280 Euro gestiegene Preis für Standardkali, ein starker Dollar, der den Gewinn bei Überseegeschäften treibt, sowie ein Sparprogramm, das bislang 150 Mio. Euro gebracht hat, haben dem einzigen nordhessischen Dax-Konzern zu einem Quartalsergebnis verholfen, das auf einen sehr hohen Jahresgewinn hoffen lässt.

Aber der gute wirtschaftliche Lauf, die steigende Nachfrage nach dem Naturdünger aus dem Werra-Revier, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind nicht die einzigen Gründe für Steiners gute Laune. Das Mega-Projekt „Legacy“ (Vermächtnis) in der kanadischen Wildnis liegt weitgehend im Zeit- und Kostenrahmen und wird im Sommer nächsten Jahres abgeschlossen. Gut drei Milliarden Euro investiert K+S in ein neues Kalibergwerk. In der Endausbaustufe soll es jährlich bis zu 2,7 Mio. Tonnen des weißen Goldes im Auswaschverfahren aus der Erde spülen – das entspricht fast 40 Prozent der aktuellen Produktionskapazität des europäischen Branchenprimus und der weltweiten Nummer vier.

K+S-Vostandschef Norbert Steiner

An Steiners guten Laune konnten nicht einmal die Kritiker der K+S-Salzwasser-Entsorgungspraxis etwas ändern, die ihn aufforderten, die umstrittene Einleitung in die Werra sowie Versenkung einzustellen. Professor Wolfgang Wiest vom Aktionsbündnis „Salzfreies Märchenland“ beantragte die Senkung der Dividende von 90 auf 30 Cent und die Verwendung der so frei werdenden 120 Mio. Euro für die Entwicklung technischer Verfahren zur Reinigung des Salzabwassers. Erwartungsgemäß fand der Antrag keine Mehrheit.

Auch Professor Gerd Rohmann von der Bürgerinitiative „Kantiger Tisch“ verlangte ein Ende der Einleitung und Versenkung sowie die Abdeckung der riesigen Abraumhalden, aus denen der Regen das Salz ausspült und ins Erdreich mitnimmt. Steiner verwies auf den mit dem Land Hessen vereinbarten Vierstufenplan zur schrittweisen Reduzierung der salzhaltigen Abwässer sowie auf Investitionen in den Umweltschutz – 800 Mio. Euro zwischen 2011 und 2020. „Wir müssen die Balance halten zwischen Ökologie und Ökonomie“, sagte er. Zum Vierstufenplan gebe es keine Alternative, aber wenn ein Plan B existierte, hieße er „Drosselung der Produktion im Werk Werra“.

Am Ende wurde der Vorstand mit 99-prozentiger Zustimmung entlastet. Der Aufsichtsrat erhielt ähnlich hohe Werte.

Das alles half dem Aktienkurs nicht. Warum das Papier gestern in der Spitze 7,1 Prozent auf unter 30 Euro verlor, konnte niemand erklären.

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