Kalter Februar: Arbeitslosenzahl steigt weiter

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Kassel. Die Flaute auf dem Stellenmarkt im Agenturbezirk Kassel hält an. Nach einem absoluten Tiefpunkt zum Jahresbeginn seien im Februar mit 967 zwar wieder mehr freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet worden, sagt deren Leiter Detlef Hesse.

Aussagekräftig ist aber stets der Blick ins Vorjahr: Damals gab es noch 414 Stellenzugänge mehr. Der Rückgang beträgt damit 30 Prozent. Wegen der unsicheren Konjunkturaussichten nähmen viele Betriebe eine abwartende Haltung ein und zögerten mit Neueinstellungen, beobachtet Hesse.

Die gute Nachricht für Kassel: Mehr als die Hälfte aller Stellen (im Februar insgesamt 549) wurden in der Stadt gemeldet. Der Rückgang fällt mit 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr allerdings nahezu ebenso stark aus wie im gesamten Agenturbezirk.

Für April rechnet die Arbeitsagentur mit dem Frühjahrsaufschwung, der sich in der Regel nach den Osterferien einstellt. Ob er allerdings so kräftig ausfallen wird wie in den Vorjahren und den Stelleneinbruch in Gänze auffangen kann, bleibe abzuwarten, sagte Agentursprecherin Silke Sennhenn. Für die Stadt Kassel, deren Arbeitslosenquote seit zwei Monaten wieder deutlich über der Zehn-Prozent-Marke liegt, werde es vermutlich schwer, in den einstelligen Bereich zu kommen. Die Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten ist im Februar im Agenturbezirk um 4,7 Prozent gestiegen.

Das liege daran, dass viele verkürzte Ausbildungen jetzt enden, und nicht alle Jugendlichen direkt übernommen werden oder eine Stelle finden. Mit insgesamt 2278 Betroffenen nahm die Zahl der unter 25-Jährigen ohne Job im Februar um 102 zu. Die Tatsache, dass dieser Wert exakt genauso hoch ist wie vor einem Jahr, deutet aber darauf hin, dass sich die Jobaussichten für junge Leute nicht grundsätzlich verschlechtert haben. Laut Agentursprecherin Sennhenn werden vermutlich viele der jetzt betroffenen jungen Leute mit dem Frühjahrsaufschwung eine Anstellung finden.

Am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen sind nach wie vor ältere Menschen. 6694 über 50-Jährige im Agenturbezirk suchen derzeit eine Beschäftigung. Das sind 31 mehr als vor einem Monat und 248 mehr als vor einem Jahr. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten haben es vor allem Ältere schwer, neue Jobs zu finden.

Von Katja Rudolph

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