Geräte auf Ampeln übermitteln Daten zur Verkehrsdichte

Kameras an Ampeln: Dafür sind sie gut

Auf die wartenden Autos gerichtet: Diese Kamera am Wehlheider Kreuz übermittelt Daten über die Verkehrsdichte. Für Geschwindigkeitsmessungen ist sie nicht geeignet. Fotos:  Malmus

Kassel. Die kleinen Kameras auf Kassels Ampeln hat wahrscheinlich jeder schon mal gesehen. Zum Beispiel an der Kreuzung Tischbeinstraße/Schönfelder Straße, dem Wehlheider Kreuz. Doch wofür sind die eigentlich gut?

Wird damit auch die Geschwindigkeit kontrolliert? Und was ist, wenn man bei Dunkelgelb noch über die Kreuzung fährt? Diese und andere Fragen zur Verkehrssteuerung haben wir Bernhard Noll gestellt. Der ist im Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt genau dafür zuständig und räumt mit einigen Legenden auf.

Gibt es durch die Kameras eine Art Videoüberwachung?

„Dafür sind diese Kameras nicht gemacht“, sagt Bernhard Noll. Auf den stark verpixelten Bildern könne man lediglich die Umrisse der Autos erkennen. Mit den Kameras wird festgestellt, wie dicht der Verkehr ist. Wenn viel los ist, kann die Grünphase verlängert werden. Wer zu schnell fährt, wird durch diese Kameras nicht überführt. Dafür gibt es andere Kontrollmöglichkeiten.

Warum sehen die Kameras unterschiedlich aus?

Es gibt Videokameras, Infrarotkameras und Radarkameras. Sie alle haben ihre Stärken und Schwächen. Bei Regen, Nebel und Dunkelheit sind die vergleichsweise teuren Videokameras ungeeignet. Die anderen Kameras haben eine geringere Reichweite.

Was ist dran an der Behauptung, dass die Technik in Kassel sowieso veraltet ist?

„Das Gegenteil ist richtig“, sagt Bernhard Noll. Bundesweit gehöre man zu den Städten mit der modernsten Technik. Da habe sich in den vergangenen 15 bis 20 Jahren sehr viel getan. Sorgen bereite ihm im Moment lediglich die Kreuzung Ständeplatz/Friedrich-Ebert-Straße. Dort sei die Zeit für eine Erneuerung der Technik mehr als reif. Das werde man aber erst machen, wenn der Umbau der Friedrich-Ebert-Straße kurz vor dem Abschluss stehe. Sonst müsse man die Straße zweimal aufreißen.

Warum kommt man an manchen Kreuzungen fast nie ohne Wartezeit durch?

Das trifft zum Beispiel für die Rathauskreuzung zu. Hier gibt es 78 unterschiedliche Wegebeziehungen, die durch Ampeln geregelt werden. Für Straßenbahnen, Busse, Autos, Fußgänger und Radfahrer. Im Berufsverkehr wird es regelmäßig eng. Wenn dann morgens sehr viele Autos vom Weinberg oder Steinweg Richtung Innenstadt wollen, dann staut es sich. Das lässt sich mit der besten Technik nicht verhindern.

Muss man an manchen Ampeln bis ganz nach vorn vorfahren, damit sich etwas tut?

Das gilt für die Ampeln mit sogenannten Induktionsschleifen. Das ist eine Art Fühler unter dem Asphalt. Nur wenn der aktiviert ist, schaltet die Ampel schnell auf Grün. Im Zweifel also nicht so viel Abstand zur Ampel lassen.

?ie Anforderung für Fußgängerampeln ändert nichts an der Wartezeit. Grün kommt sowieso irgendwann. Stimmt das?

Früher war das oft so, mittlerweile nicht mehr. Die Signaltechnik wird zum Beispiel auf einen Abendbetrieb umgeschaltet. Dann schaltet die Fußgängerampel nicht mehr automatisch auf Grün. Das funktioniert nur mit Anforderung.

Werden in 15 Jahren Kameras und Induktionsschleifen überflüssig sein?

Das ist gut möglich. Schon heute werden Systeme getestet, bei denen Verkehrsdaten über das Navigationsgerät oder das Handy übermittelt werden.

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