Videoüberwachung an King-Schule soll Trinker Szene und Prostituierte abschrecken

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Er hat die Eingänge im Blick: Hausmeister Jürgen Rausch kann von seinem Büro aus sehen, was die Kameras an den Eingängen der Martin-Luther-King-Schule aufzeichnen.

Kassel. Die Trinkerszene lärmt vor den Klassenräumen, Prostituierte und Freier halten sich vor den Schulen auf. In den vergangenen Wochen haben die schlimmen Zustände rund um die Paul-Julius-von-Reuter-Schule und die Martin-Luther-King-Schule an der Schillerstraße immer wieder für Debatten gesorgt.

Auch der Ausschuss für Recht, Sicherheit, Integration und Gleichstellung beschäftigte sich während seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag im Rathaus damit.

Probe an vier Schulen

Was wird getan, um die Situation für die 4000 Berufsschüler und Lehrer zu verbessern? Stadträtin Brigitte Bergholter teilte mit, dass an der King-Schule probeweise eine Videoüberwachung eingerichtet worden ist. Dass es Kameras an Kasseler Schulen gibt, war für das Gros der Ausschussmitglieder neu.

Nach Angaben des Schulverwaltungsamts hat die Dezernentenrunde bereits im Februar 2010 beschlossen, dass es an vier Kasseler Schulen eine Videoüberwachung geben soll. Probeweise. Nach Angaben von Bernd Heger, stellvertretender Leiter der Behörde, gibt es bislang solch eine Überwachung neben der King-Schule an der Oskar-von-Miller-Schule und der Grundschule Wolfsanger-Hasenhecke.

Derzeit würden Videokameras zudem an der Georg-August-Zinn-Schule in Oberzwehren installiert.

Heinz-Jürgen Franzbach

Seit gut einem Jahr überwachen drei Kameras die Eingänge an der King-Schule. Schulleiter Heinz-Jürgen Franzbach und Hausmeister Jürgen Rausch sagen, dass sich die Situation an der Schule seitdem verbessert habe. Die Bilder der Kameras, die nur die Eingangsbereiche filmen, sind auf einem Bildschirm im Büro des Hausmeisters zu sehen. Sieht der Hausmeister, dass Angehörige der Trinkerszene - verbotenerweise - in das Gebäude gehen, um dort die Toilette aufzusuchen, dann schreitet er ein.

Er habe auch schon verhindern können, dass am helllichten Tag eine junge Frau vor die Schultür uriniert. Sie habe offenbar den Hinweis auf die Videoüberwachung nicht gesehen. Die Schilder schreckten auch ab, sagt Franzbach. Auch die Prostituierten, die sich bei schlechtem Wetter gern im Eingangsbereich der Schule untergestellt hätten.

Schillerstraße sperren

Um gegen die illegale Prostitution vor dem Schulgelände vorzugehen, schlägt Franzbach vor, die Schillerstraße in diesem Bereich für den Autoverkehr zu sperren oder zumindest zur Einbahnstraße zu erklären. Dadurch würde der „Suchverkehr der Freier“ eingeschränkt.

Insgesamt habe sich die Situation in den vergangenen Wochen entspannt, sagt Franzbach. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten Gespräche mit der Trinkerszene geführt. Die Frauen und Männer hielten sich nicht mehr direkt auf den Bänken vor dem Schulgebäude auf, sondern säßen zehn Meter weiter auf der Schulmauer.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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