Öffentlicher Raum wird auch überwacht - KVG mit Geräten an Knotenpunkten

Kameras sehen fast alles

Leitzentrale: Bei der KVG laufen viele Kamerabilder zusammen. Fahrdienstleiter Edgar Schäfer überwacht an seinem Tisch den Tram-Bereich des Hauptbahnhofs. Foto: Camrath

Kassel. Wir werden täglich gefilmt. Ob wir wollen oder nicht. Beim Besuch des Supermarkts um die Ecke, beim Abheben von Geld am Bankautomaten oder bei einer Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: die Kamera hält drauf. Doch während in anderen Städten die Kameras wie Pilze aus dem Boden sprießen, zeigt sich in Kassel ein anderes Bild.

Im City-Point gibt es eine Vielzahl von Kameras, sagt Center-Manager Daniel Quaas. Er verweist auf Aushänge am Eingang und im Parkhaus, die die Besucher über diesen Umstand informierten: „Wir überwachen sensible Bereiche und speichern die Daten hier im Haus. Zugriff haben nur zwei Personen.“ Das sind er selbst und sein Stellvertreter. Kommt es zu einem Zwischenfall, dann werden die Aufzeichnungen des betroffenen Bereichs gegen ein amtliches Gesuch an die Polizei weitergegeben. „Das kommt in regelmäßigen Abständen vor“, sagt Quaas. Er sieht die Überwachung auch als vorbeugendes Mittel und erklärt, dass sein Haus von Datenschutzbeauftragten überprüft worden sei.

Drei Standorte in Kassel

Seit dem 2. Dezember 2002 wird in Kassel die Untere Königsstraße weiträumig mit Kameras überwacht. Günter Boll vom Ordnungsamt sagt, dass die Stadt vor acht Jahren an drei Standorten Kameras eingerichtet habe. Auf Höhe der Jägerstraße, der Kurt-Schumacher-Straße und an der Einmündung Landgraf-Philipps-Platz sind die fernbedienbaren elektronischen Augen installiert. Der Schwenk- und Sichtbereich reicht dabei von Hedwigstraße, Holländischem Platz (erste Kamera), Druselplatz, Lutherstraße, Kurt-Schumacher-Straße bis zur Altmarktkreuzung (zweite Kamera), Einmündung Druselplatz bis Landgraf-Philipps-Platz (dritte Kamera).

Betreiber der Kameras ist die Polizei. Dort laufen die Daten zusammen, dort wird beobachtet und gegebenenfalls ausgewertet. „Die Kameras selbst verhindern keine Straftaten“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. „Wenn innerhalb des überwachten Bereichs etwas passiert, dann schauen wir uns die Aufzeichnungen an.“ Weil die Kameras jedoch schwenkbar sind und immer nur einen bestimmten Teil aufnehmen, könne es passieren, dass kein verwertbares Material dabei sei. Nach 72 Stunden würden die Daten gelöscht.

Bei der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) setzt man Kameras nicht nur in Bahnen, sondern auch an Haltestellen ein. „An Knotenpunkten, die stark frequentiert sind, werden die Kameras in erster Linie zum Beobachten des Verkehrs verwendet“, sagt Pressesprecherin Heidi Hamdad. Wenn in der Mauerstraße großer Andrang herrsche, könne man in der Leitstelle besser planen. Nach 24 Stunden würden die Aufnahmen aus den Straßenbahnen gelöscht. Bei den Haltestellen seien es 48 Stunden mehr, sagt Hamdad.

Von Jörgen Camrath

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