Ortsbeirat: Der Stadtteil Forstfeld ist auf dieses Bildungsangebot angewiesen

Kampf um Eichendorff-Schule

forstfeld. Die Existenz der Joseph-von-Eichendorff-Schule im Stadtteil Bettenhausen scheint wegen mangelnder Nachfrage gefährdet.

Als Integrierte Gesamtschule (IGS) könnte die Eichendorff-Schule möglicherweise fortbestehen. Die derzeitige kooperative Schule mit getrennten Zweigen für Haupt- und Realschule sowie Gymnasium in eine integrierte Gesamtschule umzuwandeln, hat Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler jedoch abgelehnt.

Gabriele Steinbach

Dies will der Ortsbeirat Forstfeld aber nicht hinnehmen, die Bürgervertreter wollen für den Erhalt der Schule im Nachbarstadtteil kämpfen. Darum verlangen sie per Beschluss, den sie in ihrer jüngsten Sitzung fassten, dass die Eichendorff-Schule eine IGS werden soll. Außerdem, so eine weitere Forderung, soll die Stadt so rasch wie möglich einen runden Tisch gründen, an dem Vertreter von Schul- und Schulverwaltungsamt, Förderverein, Elternbeirat und der Ortsbeiräte Forstfeld und Bettenhausen zusammenkommen. Zugleich fordert der Beirat Dorothea Henzler auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Der größte Teil der Anmeldungen für die Klasse fünf komme aus dem Forstfeld, das Angebot der Eichendorff-Schule sei für den Kasseler Osten unverzichtbar, war die einhellige Meinung. Gäbe es die Eichendorff-Schule nicht mehr, verlören Forstfeld und Bettenhausen sozusagen ihre Bildungsmitte, hieß es.

Jürgen Fischer, stellvertretender Schulleiter, erklärte, das Konzept IGS ermögliche variablere Bildungschancen, weil es für die Schüler nach der Klasse fünf mehr Wahlmöglichkeiten gebe. Dies sei für das Einzugsgebiet Forstfeld und Bettenhausen wichtig. Fischer kritisierte, die Stadt tue zu wenig, um den Rückgang der Schülerzahlen zu stoppen. Ortsbeiratsmitglied Esther Kalveram (SPD) mahnte, die Zukunft des Stadtteils Forstfeld hänge entscheidend vom schulischen Bildungsangebot einer IGS ab.

Zuvor hatte Gabriele Steinbach, Leiterin des städtischen Schulverwaltungsamtes, berichtet, dass außer der Eichendorff-Schule auch die Fasanenhofschule, die Hegelsbergschule und die Carl-Schomburg-Schule im Stadtteil Wesertor mit einem dramatischen Rückgang der Schülerzahlen zu kämpfen hätten.

„Es sind einfach zu wenig Schüler, um die Schulen erhalten zu können“, sagte Steinbach. Sie müsse im Schulverwaltungsamt die bildungspolitischen Vorgaben aus Wiesbaden umsetzen, das heiße, den Schulentwicklungsplan für die vier in Rede stehenden Schulen bis Ende 2011 fortschreiben. Es könne deshalb keine Ausnahmen wie die Umwandlung der Eichendorff-Schule in eine IGS geben, erklärte Gabriele Steinbach.

Archivfotos: Koch/privat/nh

Von Sabine Oschmann

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