Kampf um jeden Arbeitsplatz

Bei Rheinmetall wird weiter verhandelt -  IG Metall erwartet Abschluss Ende Oktober

Kämpfen für ihre Arbeitsplätze: Die Mitarbeiter von Rheinmetall Landsysteme haben bisher mit Warnstreiks Druck gemacht. Die Aufnahme entstand Anfang September. Archivfoto:  Koch

Kassel. Bis Ende Oktober soll nach vielen Monaten der Ungewissheit klar sein, worauf sich die Mitarbeiter des Kasseler Rüstungsunternehmens Rheinmetall Landsysteme (RLS) einstellen müssen.

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„Unser Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich in Kassel zu halten“, sagt Walter Brück von der IG Metall Nordhessen. Er wertet es als ein gutes Zeichen, dass die Unternehmensleitung schon jetzt erhebliche Abstriche an den ursprünglichen Plänen gemacht habe. Demnach hätten von den 410 Stammbeschäftigten nur 100 übrig bleiben sollen. Mittlerweile hat RLS-Geschäftsführer Ralf Prechtl zugesagt, dass der Standort mit 180 bis 200 Mitarbeitern weitergeführt werden könne.

Die IG Metall ist davon überzeugt, dass es weiteren Verhandlungsspielraum gibt. Zum einen sei die Auftragssituation besser als von der Konzernleitung dargestellt. Zudem sei es sinnvoll, große Produktionsbereiche wie die Wannenschweißerei komplett in Kassel zu behalten. Mittlerweile führe man die Verhandlungen gemeinsam für die drei vom Arbeitsplatzabbau betroffenen Standorte Kiel, Kassel und Gersthofen in Bayern.

Gleichzeitig arbeitet die Gewerkschaft auf einen Sozialtarifvertrag hin. Es geht um Abfindungen und Zuschläge für diejenigen Mitarbeiter, die ein Versetzungsangebot nach Unterlüß in der Südheide bekommen haben. Doppelte Haushaltsführung und Fahrten sollen entsprechend honoriert werden.

Bis zum Monatsende wird es weitere Gesprächsrunden geben. „Wenn es dabei nicht zu befriedigenden Ergebnissen kommt, werden wir auch über Streiks nachdenken“, sagt Walter Brück. (tos)

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