Kampf um Stellplätze

Goethestraße: Geschäftsleute fordern mehr Parkraum

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Kaum Parkplätze für Kunden: Fahrradhändler Rudi Edelmann zeigt auf den Parkstreifen in der Goethestraße, der für Anwohner reserviert und zum Teil mit Baumaterial zugestellt ist.

Kassel. Parkplatznot in der Goethestraße: Geschäftsleute und Gastronomen beklagen fehlende Stellplätze für Kunden und Gäste. Wegen der Bauarbeiten stehen weniger Parkplätze zur Verfügung. „Meine Kunden finden zum Teil überhaupt keinen Parkplatz“, sagt Fahrradhändler Rudi Edelmann.

Paketdienste müssten mit ihren Lieferwagen auf der Straße stehen, weil kein Platz sei. „Es sind Zustände wie in Wildwest“, sagt Edelmann, dessen Geschäft neben dem ehemaligen Finanzamt liegt.

Nachdem sie am Mittwoch die Goethestraße zweimal vergebens auf der Suche nach einem Parkplatz abgefahren hatten, stellten Ingeborg (72) und Helmut Ritzmann (82) aus Baunatal ihren Wagen kurzerhand vor eine Einfahrt. Sie waren mit einem geliehenen Anhänger gekommen, um ihre neuen Räder abzuholen.

Seit Sommer 2011 werden die Goethe- und die Germaniastraße im Vorderen Westen umgebaut. Auf der Nordseite der Goethestraße (Boccaccio, Chacal) entsteht eine 13 Meter breite Promenade. Die Südseite mit dem ehemaligen Finanzamt ist bereits umgebaut. Dort teilen sich Autos und Straßenbahnen die Fahrbahn, an deren Rand geparkt werden kann. Allerdings wird auf einem Teil der Parkplätze Baumaterial gelagert. Ende September soll auch der Umbau der mit Bauzäunen abgesperrten Nordseite fertig sein.

Edelmann ist mit seinen Nöten nicht allein. „Es ist wirklich schwierig“, sagt Manuela Freudenstein-Weinreich vom Geschäft Carpe Diem. „Die frei verfügbaren Parkplätze sind morgens schon voll belegt.“ Meist seien sie bis abends von Dauerparkern besetzt. Die Kunden würden abgeschreckt und führen enttäuscht wieder weg.

„Sie finden keinen Parkplatz“, sagt auch Anja Kroh (Casseler Kinderzimmer). „Es gibt zu viele Anwohnerparkplätze.“ Vor dem Umbau habe es im Abschnitt zwischen Murhardstraße und Querallee 18 allgemein verfügbare Parkplätze gegeben, nun seien es sechs. „Das ist zu wenig.“

„Auch für uns ist es schwierig“, sagt Salvatore La Rocca vom Restaurant Boccaccio an der von Bauzäunen gesäumten Ecke Goethestraße/Querallee. Mit Kurzparkplätzen sei seinen Gästen nicht gedient. Die Mitarbeiter wüssten auch nicht, wohin mit ihren Autos. „Mindestens einmal pro Woche haben sie eine Anzeige.“ La Rocca ist nicht gut auf die Kontrolleure des Ordnungsamts zu sprechen. „Die wissen, wie schwierig die Parkplatzsituation ist“, sagt er. Dennoch werde bis spät in die Nacht akribisch kontrolliert.

Trotz der Baustelle seien in Goethe- und Germaniastraße gut 60 Prozent der Stellplätze frei, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Von 214 Stellplätzen seien 80 für die Baustelle gesperrt. Im August würden voraussichtlich weitere Stellplätze frei gegeben. Soweit sich Möglichkeiten für eine frühere Freigabe ergäben, würden diese im Interesse der Anlieger auch genutzt.

Von Ellen Schwaab

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