Kampfmittelräumdienst schickt Taucher in Fulda - noch keine Bombe entdeckt

Kassel. Um 17.15 Uhr legt das Boot mit Munitionstaucher Thomas Müller an Bord wieder am Ufer vor dem Clubhaus des CSK an. Mehr als zwei Stunden hat der Munitionstaucher am Mittwoch am Grund der Fulda nach einer dort vermuteten Phosphorbombe gesucht.

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Wegen großer Blasen, bei denen es sich um das aufsteigende Phosphor-Gemisch aus einer Weltkriegsbombe handeln könnte, ist die Fulda seit Dienstagmittag für die Schifffahrt gesperrt. Am Donnerstag aber soll die halbe Flussbreite wieder freigegeben werden. Auch wenn Mittwoch noch nichts gefunden wurde – die Kampfmittelexperten an Bord des Boots haben einen leichten Phosphorgeruch über dem Fluss wahrgenommen. Donnerstag wird deshalb die Suche in dem Bereich unterhalb der Schwimmbadbrücke fortgesetzt.

Weil die mögliche Brandbombe offenbar tiefer im schlammigen Untergrund verborgen ist, soll die Fulda in dem Bereich, wo die Blasen gesichtet wurden, auf 20 Meter Länge komplett mit einem Spezialdetektor abgesucht werden. Anhand von GPS-Daten soll eine Karte mit verdächtigen Punkten erstellt werden. Dort können die Munitionstaucher dann gezielt suchen. „Viel war nicht zu sehen“, sagt Thomas Müller, als er in seinem rot-schwarzen Taucheranzug wieder an Bord geht. Kurz zuvor hatte die Sonde noch einmal heftig ausgeschlagen. „Da habe ich dann einen Betonbrocken mit Eisenteilen ausgebuddelt“, sagt der Munitionstaucher. Fehlalarm also.

Taucher suchen nach Weltkriegsbombe in der Fulda

Aber der Ort der Suche musste stimmen: Immer wieder waren in der Nähe große Blasen an der Flussoberfläche sichtbar. Zwei Taucher und ein Signalmann der Kampfmittelbeseitigungfirma Lutomsky (Warburg) waren am Mittwoch an Bord des Aluminiumboots – Aluminium, weil bei anderem Metall die Messung unter Wasser beeinflusst werden könnte. Mit dabei war außerdem Dieter Brunner von der Kampfmittelräum-Firma Tauber (Weiterstadt). Er hatte gleich den passenden Behälter dabei, um bei einem Fund die Bombe sofort luftdicht zu verpacken. Denn Phosphorbomben werden gefährlich, sobald ihr Gemisch mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert.

Gängige Phosphorbomben hätten einen Durchmesser von 15 Zentimetern und eine Länge von 35 Zentimetern, erklärt Gerhard Gossens, Leiter des am Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelten Kampfmittelräumdienstes Hessen. Bei der sachgemäßen Handhabung durch die Experten bestehe bei dem Einsatz aber keine besondere Gefahr. Gesundheitsschädigend könnte aufsteigender Phosphor jedoch für Wassersportler auf der Fulda sein. Deshalb werden die Kampfmittelexperten weitersuchen.

Rubriklistenbild: © HNA

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