Potash plant keine Standortschließungen

Kanadier bieten K+S die Europa-Zentrale an

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Kassel. Im Übernahme-Bemühen um den Kasseler Kali- und Salzproduzenten K+S wirbt der kanadische Konkurrent Potash für seinen Plan, einen neuen, großen Düngemittelkonzern zu formen.

So unterstreicht Potash in einem Brief an den K+S-Vorstand seine freundlichen Absichten und versucht, die Kasseler mit der künftigen Europa-Zentrale des global agierenden Anbieters zu ködern.

In gut informierten Kreisen heißt es, Potash sei ernsthaft bemüht, Management, Aufsichtsrat und Mitarbeiter sowie Politik und die Region für seine Pläne zu gewinnen.

Wie berichtet, haben die Kanadier K+S die Komplettübernahme und als Verhandlungsbasis gut 40 Euro je Aktie geboten. Einschließlich der K+S-Schulden hätte das Geschäft einen Umfang von bis zu neun Millarden Euro – Erhöhung wahrscheinlich.

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Weiter heißt es, dass PCS keine Veränderungen der Bergbau-Aktivitäten vornehmen wolle. Das betreffe sowohl Standorte und Mitarbeiter. Auch das Salzgeschäft und das Legacy-Projekt in Kanada, wo K+S in einem Jahr ein neues Kali-Bergwerk in Betrieb nehmen will, sollen dem Vernehmen nach fortgeführt werden. Offiziell ist von beiden Seiten nichts zu erfahren. Man prüfe den Potasch-Vorschlag heißt es in der K+S-Zentrale knapp. Gedanklich scheint man aber schon viel weiter zu sein. Es gehe darum, das Maximale für Aktionäre, Mitarbeiter und die Region herauszuholen. So ganz traut man dem Frieden aber dann doch nicht. Die Vereinbarungen insbesondere zur Standort- und Beschäftigungssicherung müssten in gerichtsfeste Verträge münden, sagt ein Insider.

Marktkenner sehen in einer Übernahme nicht nur Risiken. Analyst Oliver Schwarz von Warburg Research: „Ich glaube nicht, dass jemand so viel Geld in die Hand nimmt, nur um den Markt zu bereinigen“.

K+S beschäftigt weltweit gut 14.300 Mitarbeiter, davon fast 6000 in Nord- und Osthessen.

Als gute Entscheidung für Nordhessen und die Arbeitsplätze in der Region hat Hessens Regierung die Absage von K+S an den kanadischen Konkurrenten Potash bezeichnet.

Tausende Arbeitsplätze im nordhessischen Kali- und Salzabbau dürften nicht gefährdet werden, hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten gemeinsamen Erklärung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und seinem Vize, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). K+S müsse ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Kassel bleiben.

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