Werbe-Experte bewertet Plakate zur Oberbürgermeisterwahl

Wie die Kandidaten rüberkommen

Note 3+

Kassel / Lüneburg. Bertram Hilgen verzichtet auf die Nennung der SPD auf seinen Plakaten. Von CDU-Kandidat Ernst Wegener war lange nur die Hälfte zu sehen. Und Olaf Petersen von der Piratenpartei entblößt sich auf seinem Plakat zumindest teilweise.

Mit ihren Plakaten versuchen die Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Kassel, Aufmerksamkeit zu erregen und sich bekannt zu machen. Wie das gelungen ist, haben wir Ulf Hinze, Geschäftsführer der Gesellschaft für visuelle Kommunikation (GVK) in Lüneburg, gefragt. Er ist 46 Jahre alt und stammt aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Seine eigene politische Gesinnung bezeichnet Hinze als weitgehend neutral. Den Parteien der Kandidaten, die er am besten bewertete, steht er nach eigener Aussage nicht nahe. Mit der Kasseler Kommunalpolitik und den OB-Kandidaten hat er sich bislang nicht beschäftigt. Auch das Ergebnis der kürzlich veröffentlichten Umfrage kannte Hinze nicht.

Mit 110 Mitarbeitern gehört die GVK zu den größten Werbeagenturen Deutschlands. Nach eigenen Angaben ist sie die größte Agentur Niedersachsens. Zu den Kunden der GVK zählen zahlreiche bekannte Markenartikler aus der Lebensmittelbranche, unter anderem Tchibo, Beiersdorf (Nivea), Bitburger und Jägermeister. Von Politik und Parteien sind Hinze und die GVK bisher nicht beauftragt worden.

„Insgesamt fehlt mir die Originalität.“

Werbe-Experte Ulf Hinze

Im Schnitt findet er die Plakate zur Oberbürgermeisterwahl in Kassel „mittelprächtig“. Sie reihten sich ein in das, was man aus anderen Städten kenne. Nach seiner Meinung wird die Wahlwerbung der Parteien von unten (kommunal) nach oben (Bundesebene) professioneller.

„Insgesamt fehlt mir die Originalität“, sagt er über die Kasseler Plakate. Um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen, hätten alle etwas Inhaltliches mit einer originellen Botschaft verknüpfen sollen, meint Hinze. So bleibe unklar, wofür die Kandidaten stehen.

In einem anderen Licht sah er übrigens das Plakat von Ernst Wegener, als er erfuhr, dass der CDU-Kandidat von außerhalb kommt und in Kassel kaum bekannt ist: „Dann ist es natürlich Quatsch, einen halben Kopf zu plakatieren.“

Von Claas Michaelis

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