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Kanülen statt Kunst in Kassel: Ruruhaus wird zum Impfzentrum

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Das Ruruhaus am Friedrichsplatz war die zentrale Anlaufstelle der documenta. Ab Montag wird die ehemalige Sportarena in Kassel zum neuen Impfzentrum der Stadt.

Kassel - Weniger als eine Woche hätten die Mitarbeiter der Stadt Kassel benötigt, um die Räumlichkeit in ein Impfzentrum umzubauen, sagte Oberbürgermeister Christian Geselle am Freitag bei der Besichtigung des neuen Impfzentrums. Er kündigte an, sich gleich am Montag hier eine Auffrischimpfung gegen das Coronavirus geben zu lassen. Sobald das neue Impfzentrum eröffnet, werden die Impfstellen im Jugendamt und im City-Point geschlossen.

Impfungen im neuen Zentrum sind montags bis samstags zwischen 10 bis 18 Uhr ohne Voranmeldung möglich. Es herrscht Maskenpflicht.

Um die Räume in ein Impfzentrum umzuwandeln, mussten nicht nur acht Impfkabinen aufgebaut sowie Wartebereiche mit rund 80 Stühlen eingerichtet werden. Das Aufbauteam hat auf den insgesamt etwa 500 Quadratmetern beispielsweise fast 2000 Meter Leitungen verlegt, die technischen Voraussetzungen für die Impfungen geschaffen sowie neben den Impfkabinen auch einen Raum für die Apotheke zum Aufziehen der Impfstoffe hergerichtet.

Ruruhaus in Kassel: Bis zu 800 Menschen am Tag impfen

Pro Tag könne man hier bis zu 800 Menschen impfen, sagt Martina Pfeffermann, stellvertretende Leiterin des Impfzentrums. Täglich seien hier 20 Personen im Einsatz. Dazu zählen neben den Ärzten Medizinische Fachangestellte sowie Apotheker mit pharmazeutisch-technischen Assistenzen sowie Verwaltungspersonal.

In dem barrierefreien Impfzentrum werden alle zugelassenen Impfstoffe gegen das Coronavirus verfügbar sein. Neben den herkömmlichen Impfstoffen der Hersteller Biontech und Moderna seien auch Auffrischimpfungen mit dem angepassten Serum möglich. Zudem werde es auch gesonderte Zeitfenster für die Impfungen mit den Impfstoffen der Hersteller Valneva, Novavax und dem Kinder-Impfstoff von Biontech geben.

Pfeffermann berichtet, dass im September 1500 Menschen in Kassel gegen Corona geimpft worden sind, Tendenz steigend. 1500 Menschen haben sich allein bis zum 13. Oktober einen Piks abgeholt. Darunter viele, die bereits zum vierten Mal geimpft würden. Allerdings nicht nur Menschen über 60, sondern auch Jüngere. Pfeffermann, die auch stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes ist, empfiehlt die vierte Impfung auch für Jüngere, die in den vergangenen Monaten nicht mit Corona infiziert gewesen sind.

Sie leiten auch das neue Impfzentrum in der ehemaligen Sportarena: Thomas Schmidt und Martina Pfeffermann.
Sie leiten auch das neue Impfzentrum in der ehemaligen Sportarena: Thomas Schmidt und Martina Pfeffermann. © Andreas Fischer

Kassel: Auch Impfungen gegen Affenpocken im Ruruhaus

Die ersten 600 Menschen, die sich ab Montag im neuen Impfzentrum impfen lassen, bekommen ein Dankeschön in Form eines Kassel-Gutscheins im Wert von je fünf Euro, der von den City-Kaufleuten und vom Citymanagement gesponsert wird. „Wir Geschäftsinhaber möchten uns damit bei allen Menschen bedanken, die mit ihrer Impfung auch dafür sorgen, dass die Läden nicht wieder geschlossen werden müssen und so den Einzelhandel, die Gastronomie und Hotellerie stärken“, so Alexander Wild, Vorsitzender der Kasseler City-Kaufleute.

Im neuen Impfzentrum gibt es nicht nur Schutz gegen Corona. Hier werden auch Impfungen gegen Affenpocken angeboten, allerdings nur nach Voranmeldung. Laut Pfeffermann sind Impfungen gegen die Affenpocken in Kassel gut angenommen worden. Das habe auch zur Folge, dass es in Stadt und Kreis bislang nur insgesamt fünf Fälle gegeben habe. (Ulrike Pflüger-Scherb)

Informationen zu dem Angebot im Impfzentrum sowie die aktuellen Impfbus-Termine unter kassel.de/impfen

Die Stadt Kassel hatte das Ruruhaus erst im vergangenen Jahr übernommen, um es auch nach der documenta fifteen für kulturelle Zwecke zu nutzen.

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