Angela Merkel wird von 600 Kommunalpolitikern der CDU/CSU im Kongress Palais erwartet

Bundeskanzlerin Merkel spricht Freitag in Kassel

Bad in der Menge: Angela Merkel besuchte Kassel beim Bundestagswahlkampf im Jahr 2009. Archivfoto:  Koch

Kassel. Die Kanzlerin kommt nach Nordhessen: Angela Merkel wird am Freitag in Kassel den „Kongress-Kommunal 2011“ eröffnen. Die Veranstalter haben alle Vorbereitungen getroffen und auch BKA und Polizei sind schon im Vorfeld routinemäßig zum Einsatz gekommen.

„Das ist schon eine aufregende Sache, wenn die Bundeskanzlerin kommt. Schließlich muss man sich auch um die Sicherheitsvorkehrungen kümmern“, sagt Gaby Grabowski. Die Pressesprecherin der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU und CSU Deutschlands (KPV) ist bereits am Donnerstag in Kassel eingetroffen, um bei den Vorbereitungen in der Stadthalle mitzuwirken. Im Kongress Palais Kassel werden sich ab Freitag 600 Kommunalpolitiker von CDU und CSU aus ganz Deutschland beim „Kongress-Kommunal 2011“ treffen. Bürgermeister, Oberbürgermeister und Stadtverordnete sind darunter. Und als Stargast hat sich Kanzlerin und CDU-Vorsitzende Merkel angekündigt.

Das Bundeskriminalamt (BKA) habe am Donnerstag schon mit Sprengstoffspürhunden in einer ersten Runde die Halle inspiziert, sagt Grabowski. Unterstützt wird das BKA von der hiesigen Polizei. „Wir sind gut aufgestellt, um den Schutz der Bundeskanzlerin und der Veranstaltung zu gewährleisten“, sagt Polizeisprecherin Sabine Knöll. Mit Sperrungen rund um die Stadthalle wegen des Besuchs müsse die Bevölkerung aber nicht rechnen.

Die Kanzlerin kommt nach Kassel: Angela Merkel in Bildern

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Freitag, 18. November, in Kassel den „Kongress-Kommunal 2011“ eröffnen. © dpa
Veranstalter des Forums in der Stadthalle ist die kommunalpolitische Vereinigung von CDU und CSU. Neben Angela Merkel wird auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier dabei sein. © dpa
Anlässlich des Besuchs der Kanzlerin in Kassel, blicken wir auf ihre politische Laufbahn. © 
Eine Frau als Boss: Das hat es für die CDU - ja überhaupt für eine deutsche Volkspartei - vor dem Jahr 2000, dem Beginn der Ära Merkel, noch nie gegeben. © dpa
Nur zwei CDU-Granden hatten den Parteivorsitz noch länger inne als die promovierte Physikerin aus dem Osten. Nämlich Kanzler Konrad Adenauer (leitete die Partei von 1950 bis 1966)... © dpa
...und Altkanzler Helmut Kohl ( CDU-Boss von 1973 bis 1998). © dpa
Am 10. April 2000 bekam die damals 45-jährige Merkel auf dem Parteitag in Essen 95,9 Prozent der Stimmen. © dpa
Merkel kandidierte, nachdem Wolfgang Schäuble wegen der Spendenaffäre den Parteivorsitz niedergelegt hatte.  © dpa
Zunächst musste sich Merkel in der Union gegen den CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber durchsetzen. Dass Merkel zunächst in seinem Schatten stand symbolisiert dieses SPD-Plakat von 2001. © dpa
2002 musste Merkel Stoiber die Kanzler-Kandidatur antragen - zu ihrem Glück, denn Stoiber scheiterte knapp gegen Gerhard Schröders rot-grünes Bündnis. © dpa
Bei den vorgezogenen Neuwahlen 2005 forderte Merkel dann selbst Schröder heraus. In ihrem Kompetenzteam vor der Wahl war Stoiber als künftiger Wirtschaftsminister vorgesehen. Nur wollte er davon nach der Wahl nichts mehr wissen. © dpa
Merkels CDU wurde bei der Bundestagswahl stärkste Partei - doch für das geplante Bündnis mit der FDP reichte es nicht. Merkel löste als Kanzlerin einer Großen Koalition mit der SPD Gerhard Schröder ab. © dpa
Nach der Bundestagswahl 2009 reichte es dann für Schwarz-Gelb. © dpa
Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf ( CDU) würdigte Merkel mal mit den Worten: “Keiner der CDU-Granden in Bund und Ländern zeigt den gleichen Mut und die gleiche politische Entschlossenheit.“ © dpa
Innerhalb der Partei wird Merkel immer wieder vorgeworfen, sie vernachlässige den konservativen Flügel. © dpa
Merkels Führungsanspruch in der CDU ist nicht unangefochten. Immer wieder haben sich Rivalen zu Wort gemeldet - gegen die die Kanzlerin sich aber durchsetzte. Zum Beispiel gegen Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch. © dpa
Oder gegen Niedersachsens Ex-Ministerpräsident und heutigen Bundeskanzler Christian Wulff. © dpa
Galt ebenfalls als Rivale: Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger. Der wurde als Energiekommissar nach Brüssel weggelobt. © dpa
Von ihrem Förderer, Altkanzler Helmut Kohl, hat Merkel sich im Jahr 2000 während der Spendenaffäre distanziert. Kohl legte den Ehrenvorsitz der CDU nieder.  © dpa
Bayerns Ministerpäsident und CSU-Chef Horst Seehofer poltert zuweilen gegen die Pläne der Kanzlerin. Doch Seehofer bleibt vorsichtig mit seinen Angriffen. Er sagt über Merkel auch: „Wer sie unterschätzt, hat schon verloren.“ © dpa
Zu Merkels Vertrauten gehört Bildungsministerin Annette Schaven. © dpa
ebenfalls ein Merkel-Vertrauter: Thomas de Maizière.  © dpa

Das Programm startet um 15 Uhr. Dann wird Christean Wagner, der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, in Anwesenheit von Ministerpräsident Volker Bouffier zunächst die Ausstellung „Wirtschaft-Kommunal“ eröffnen. „Dann erwarten wir minütlich den Anruf, dass die Kanzlerin eintrifft“, sagt Grabowski. Merkel sei immer sehr pünktlich und stets gut vorbereitet. Ihre halbstündige Rede, die sie etwa ab 15.30 Uhr halten werde, liege nicht in schriftlicher Form vor. Merkel rede frei, ihr reichten Stichpunkte, erzählt Grabowski. Die KPV-Sprecherin geht davon aus, dass die Kanzlerin auch auf aktuelle Themen, wie zum Beispiel die rechtsradikalen Anschläge, eingehen werde. Doch im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung steht die Kommunalpolitik. Da sei die Kanzlerin aber auch „sehr gut im Stoff“, sagt Grabowski.

Die Bundesvertreterversammlung der KPV hat sich für Kassel viel vorgenommen. Nach fast 20 Jahren werde es nun Zeit, das Grundsatzprogramm der Vereinigung zu überprüfen und eine Richtschnur für die Arbeit in den nächsten zehn bis 20 Jahren zu entwickeln, hat der KPV-Bundesvorsitzende Peter Götz angekündigt.

Die Umsetzung des neuen Energiekonzepts auf kommunaler Ebene sowie neue Formen der Bürgerbeteiligung (nach dem vehementen Protest gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21) stehen zum Beispiel auf der Tagesordnung.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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