Bauarbeiten Friedrich-Ebert-Straße

Kabel an Friedrich-Ebert-Straße durchtrennt: Drei Tage ohne Telefon und Internet

Ticketverkauf lag brach: Natalie Baumann (links) und Marleen Utakies von der Vorverkaufsstelle der Komödie konnten keine Bestellungen annehmen und keine Karten ausdrucken, weil Telefon und Internet tot waren. Fotos: Fischer

Kassel. Drei Tage lang herrschte an der Friedrich-Ebert-Straße für viele Anlieger und Geschäftsleute Funkstille. Nachdem am Montag ein Bagger bei den Arbeiten auf der Großbaustelle ein Kabel gekappt hatte, funktionierte bei vielen Telefon und Internet nicht mehr.

Gestern um 15.30 Uhr gab es Entwarnung für die Geschäftsleute, die seit Montag in Sachen Kommunikation improvisieren mussten. Eine von der Telekom beauftragte Firma hatte den Schaden behoben.

Markus Exner, Leiter der Komödie, fiel ein Stein vom Herzen. Drei Tage lang lagen sowohl das Buchungssystem, das über das Internet funktioniert, als auch die telefonische Ticket-Hotline brach. „Es ist entsetzlich“, sagte der Theaterleiter gestern Morgen, als noch keine Abhilfe in Sicht war. „Wenn die Leute uns nicht erreichen, kommen sie auch nicht.“ In der Mittwochsvorstellung seien viele Plätze unbesetzt geblieben – sonst sei das Haus meist ausverkauft.

Besonders geärgert hat sich Exner über die schlechte Information durch die Telekom. „Ich habe in den vergangenen Tagen bestimmt sechs bis acht Stunden in den Warteschleifen verbracht.“ Am Mittwoch, zwei Tage nach Beginn der Störung, habe man ihm dann mitgeteilt, dass eine Leitung unterbrochen sei. „Das ist ja wohl ein Witz, wir hatten das zerrupfte Kabel ja schon am Montag alle selbst gesehen.“

EC-Gerät außer Funktion

Klaus Parzefall

Auch Apotheker Klaus Parzefall haben die vergangenen Tage Nerven gekostet. Er war gestern Mittag noch im Glauben, dass die Störung bis kommenden Dienstag anhält – diese Information habe er von der Telekom bekommen. Nach dem Festnetzausfall hat die Post-Apotheke eine Rufumleitung auf das Handy einrichten lassen. „Statt sonst acht Leitungen hatten wir dadurch aber nur eine, die dann ständig besetzt war“, sagt Parzefall.

Ähnlich ging er der Hausarztpraxis von Dr. Claudia Heinl und Dr. Gerd Appel. Auch hier war die Rufumleitung aufs Handy der einzige Draht nach draußen. Fax und Internet: Fehlanzeige. Dadurch sei auch das Abrufen von Laborergebnissen nicht möglich, berichtet Medizinerin Heinl.

Zwischenzeitlich sei die Störung bereits am Dienstagnachmittag behoben gewesen, berichtet Apotheker Parzefall. Doch Mittwochmorgen brach wieder alles zusammen. Das lag an einem sogenannten Erdschluss durch eindringende Feuchtigkeit, bestätigt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Also begann die Schadensbehebung von Neuem.

Stefan Vogt

Unter den Folgen litt auch Stefan Vogt in seiner Buchhandlung. Über einen Surfstick habe er sich zwar mobiles Internet eingerichtet, sodass er zumindest die Kundenbestellungen abwickeln konnte. Weil das EC-Zahlungsgerät aber nicht funktionierte, seien ihm Einnahmen entgangen. „Kunden, die nicht genug Bargeld dabeihatten, sind wieder gegangen.“

Von Katja Rudolph

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