An Rädern der Stadt drehen

Karin Müller ist Spitzenkandidatin der Kasseler Grünen für die Kommunalwahl 

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Grüne Spitzenfrau: Karin Müller steht auf Platz eins der Liste der Grünen für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung.

Kassel. Seit Karin Müller für die Grünen im Landtag in Wiesbaden sitzt, pendelt sie zwischen ihrem Heimatort Kassel und Wiesbaden, wo sie eine kleine Wohnung hat.

Die Kommunalpolitik ist für die 48-Jährige, die seit zehn Jahren Stadtverordnete in Kassel ist und seit 2009 in der Landeshauptstadt mitmischt, dadurch aber keineswegs an zweite Stelle gerückt. Die ehemalige Fraktionsvorsitzende (2006 bis 2010) steht bei den Grünen auf Platz eins der Wahlliste zur Stadtverordnetenversammlung.

„Vor Ort kann man am unmittelbarsten mitgestalten, man ist hier viel direkter dran“, sagt die Unterneustädterin über den Reiz der Kommunalpolitik. Doch die Arbeit im Landtag, wo Karin Müller verkehrspolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist, möchte sie auch nicht mehr missen. Gerade die Verknüpfung von Kommunal- und Landespolitik sei wichtig, sagt die Soziologin und Politikwissenschaftlerin, die vor ihrer Freistellung für die Politik Personalrätin bei der evangelischen Kirche in Kassel war.

Verkehrspolitik ist das Steckenpferd von Karin Müller, die darüber lachen kann, wenn sie vom politischen Gegner auch mal als „Pedal-Erotikerin“ bezeichnet wird. Wie es sich für eine waschechte Grüne gehört, hat sie kein Auto, sondern bewegt sich mit Fahrrad und Bahn fort. Die „leisen Verkehrsteilnehmer“ wie Fußgänger, Radfahrer und den ÖPNV zu fördern, nennt sie als eines ihrer kommunalpolitischen Ziele. „Es geht nicht darum, Autos zu verdammen“, stellt Müller klar. Doch der Fahrradverkehr sei in Kassel noch stark ausbaufähig, ebenso wie Carsharing-Angebote, auch mit Elektroautos. „Je mehr umsteigen, desto weniger Autoverkehr gibt es und entsprechend weniger Lärm- und Luftverschmutzung.“ Auch für ein Fahrradverleihsystem in Kassel macht sich Müller daher stark, die sogar im Fitnessstudio noch auf den Sattel steigt, um beim Spinning die Ausdauer zu trainieren.

Das urgrüne Thema erneuerbare Energien liegt Müller ebenso am Herzen,. Sie wertet es mit als Erfolg ihrer Fraktion, dass es im Rathaus ein Energiereferat gibt. Neben der verwaltungsinternen Umsetzung von Klimaschutzkonzepten gelte es aber auch verstärkt, nach außen zu informieren und Bürger zu beraten.

Einsetzen will sich Müller, die in einer festen Beziehung lebt, aber keine Kinder hat, auch für den weiteren Ausbau der Kleinkinderbetreuung. Hier gelte es, den Druck auf Bund und Land zu verstärken, dass das den Kommunen zugesagte Geld für die Betreuung unter Dreijähriger auch fließt. Nicht zuletzt sei eine gute Kinderbetreuung ein wichtiger Faktor, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. „Frauen und Männer müssen die Möglichkeit haben, schnell in den Beruf zurückzukehren.“

Von Katja Rudolph

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