Karlswiese ungeeignet: Grönemeyer spielt jetzt in der Eissporthalle 

Kassel. Vor 25.000 Zuschauern sollte Herbert Grönemeyer am Freitag, 10. Juni, ein Konzert auf der Karlswiese geben. Aus dem Open-Air vor dieser besonderen Kulisse, auf das sich nicht nur eingefleischte Grönemeyer-Fans gefreut hatten, wird nichts.

Text aktualisiert um 16.35 Uhr.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass der Auftritt in die Eissporthalle verlegt worden ist. Gleiches Datum, gleiche Zeit, anderer Ort. Hier finden allerdings nur noch 7500 Zuschauer Platz. So viele Karten waren allerdings für das Open-Air-Konzert noch gar nicht verkauft. Denn es gibt noch Restkarten für die Eissporthalle. „Das ursprünglich angedachte Open-Air auf der Karlswiese erwies sich leider nach nochmaliger Prüfung bei einem Ortstermin wegen mangelnder Infrastruktur als undurchführbar“, heißt es in einer Presseerklärung des örtlichen Veranstalters MM-Konzerte. Zudem bestehe auf der Karlswiese „eine latente Gefahr durch steigendes Grundwasser bei nachhaltigen Regenfällen“.

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Uwe Vater, Geschäftsführer von MM-Konzerte, konkretisiert gegenüber der HNA, warum aus der im Februar angekündigten gigantischen Produktion unter freiem Himmel nun doch nichts wird. Nach drei Ortsterminen habe man festgestellt, dass die Karlswiese den Anforderungen der Produktion nicht gerecht werde. Es habe zum Beispiel nicht geklärt werden können, wo die 13  40-Tonner-Sattelschlepper, die die Tournee „Schiffsverkehr“ von Ort zu Ort bringen, hätten entladen werden können. Zudem habe es sich als Schwierigkeit herausgestellt, 30 Container für das Personal (Duschen, Garderoben und so weiter) vor Ort aufzustellen.

Große Angst habe man auch vor längeren Regenfällen gehabt, die die Karlswiese bereits in der Vergangenheit unter Wasser gesetzt hätten, sagt Vater. „Ich wollte mir hinterher nicht anhören, was wir für einen Flurschaden in der Karlsaue angerichtet haben.“ Aus diesem Grund hätten Grönemeyers Management, die Tourleitung und MM-Konzerte am Dienstagabend „die Notbremse gezogen“ und das Konzert in die Eissporthalle verlegt. Es habe zuvor noch Überlegungen gegeben, ins Baunataler Parkstadion oder das Kasseler Auestadion (hier trat Grönemeyer im Jahr 2003 zuletzt in Kassel auf) auszuweichen. Gegen das Auestadion habe aber das Askina-Sportfest gesprochen, das hier am 8. Juni stattfindet, sagt Vater. Herbert Grönemeyer selbst habe dann den Vorschlag gemacht, wieder einmal in der Eissporthalle aufzutreten.

Michael Boßdorf, Chef der staatlichen Gartenanlagen der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), zeigte sich von der Absage sehr überrascht. Die MHK habe kurz vor Vertragsabschluss mit dem Konzertveranstalter gestanden. Boßdorf verweist darauf, dass in der Vergangenheit zahlreiche Veranstaltungen auf der Karlswiese stattgefunden haben. Auch Konzerte. Die Fläche müsse natürlich mit Schwerlastplatten geschützt werden, was unter Umständen zu erheblichen Kosten für den Veranstalter führen könne.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Karten und Rückgabemöglichkeiten

Es gibt noch Restkarten (59,13 Euro) für das Grönemeyer-Konzert in der Eissporthalle am Freitag, 10. Juni. Karten sind in allen HNA-Geschäftsstellen sowie unter www.hna-kartenservice.de erhältlich.

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