Karnevalssitzung

Närrische Kasseler Stadtverordnete: Von Land-Ei und Meister zum Geselle

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Hatte Premiere in der Bütt: der neue Dezernent Dirk Stochla.

Kassel. Ausnahmezustand in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung: In der närrischen Sitzung war der Oberbürgermeister-Wechsel eines der beherrschenden Themen. 

So sieht man Kassels Stadtpolitiker selten. Und so wie am Sonntagabend melden sie sich an diesem Ort auch nur einmal im Jahr zu Wort: Die närrische Stadtverordnetensitzung, immerhin bereits die 37. ihrer Art, stellt einen Ausnahmezustand dar.

Die Karnevalisten regieren, die Politik gibt sich närrisch. Wer das Sagen hat, machte Prinz Stefan I. der Gemeinschaft Kasseler Karneval-Gesellschaften (GKK) in seiner Begrüßung als „Hausherr“ klar. Den Wunsch von Parlamentschefin Petra Friedrich, die Narren mögen noch einige Penunzen in der Stadtkasse übrig lassen, machte der Prinz gleich zunichte. Ein paar Reisen habe man von dem Geld der Stadt schon gebucht.

Sozialdemokrat Sascha Gröling stieg als erster Stadtverordneter in die Bütt und erinnerte an den Oberbürgermeister-Wahlkampf. Christian Geselle habe sich im ersten Anlauf das „Zimmerlein“ im Rathaus gesichert. Nach ein paar Monaten im Amt stellte Gröling bei Geselle fest: „Der Bart ist schon ab.“ Und fragte: „Ob das auch was zu sagen hat?“

Clowns und Wonderwoman beim Karneval im Kasseler Rathaus 

Närrische Stadtverordnetenversammlung im Kasseler Rathaus
 © Schachtschneider
Närrische Stadtverordnetenversammlung im Kasseler Rathaus
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Närrische Stadtverordnetenversammlung im Kasseler Rathaus
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Närrische Stadtverordnetenversammlung im Kasseler Rathaus
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Närrische Stadtverordnetenversammlung im Kasseler Rathaus
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Närrische Stadtverordnetenversammlung im Kasseler Rathaus
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Närrische Stadtverordnetenversammlung im Kasseler Rathaus
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Als „Kassel-Heimkehrerin“ meinte Jutta Schwalm, in der Stadt habe sich einiges geändert, und nicht nur zum Guten. „Heute ist man längst nicht schlauer, doch der Ton ist manchmal rauer. Heute fehlt aber auch, ich halt mich nicht bedeckt, für Engagierte die Ehre und der Respekt“, bedauerte die Christdemokratin.

Von ganz ungewohnter Seite zeigt sich Dr. Andreas Jürgens. Der Grüne gab sich als Landgraf, Kurfürst und Majestät aus und erklärte dem Oberbürgermeister, wie man Politik zu machen und mit dem Volk umzugehen habe. „Für alle Herrscher gilt: Ich bin der Meister, alle anderen sind Lehrlinge – oder höchstens Geselle.“ Jürgens erhielt für den Auftritt als erster Redner eine närrische Rakete. Die erste des Abends verdiente sich zuvor Tanzmariechen Janice Schwenk (Pääreschwänze). Den GKK-Orden „in joco veriras“ verlieh Präsident Lars Reiße an Klaus Raschka.

Zum politischen Rundumschlag holte wieder „Fullefischer“ Marcus Leitschuh aus. Drei Dinge prägten die Stadt: Waschbären in Wilhelmshöhe, Ratten in der Innenstadt und Geselle im Rathaus, meinte der CDU-Mann. Sorge mache ihm „der Herkunftstrend“: Bürgermeisterin Friedrich arbeitete im Kreis Werra-Meißner, Stadtrat Stochla kommt aus Vellmar, Stadträtin Völkers aus Dresden. Leitschuh: „Was kommt als Nächstes, frage ich diesen Saal: Der documenta-Leiter bald aus Baunatal?“

Aus Vellmar kommt Kassels neuer Stadtrat Dirk Stochla. „Bei Mährern, Narren allermeist, bleib ich gelassen, wenn es heißt: Da kommt doch glatt vom Zweckverband ein Kerl wie ich, ein Ei vom Land“, betonte Stochla bei seiner Premiere in der Bütt.

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