Fit in den Kasseler Karneval

Kreppel, Kostüme und Kamellen: Wir geben Tipps für die närrische Zeit

Kassel. Jetzt ist die Hochzeit der Karnevalisten. Wir geben allen Faschingsbegeisterten Tipps, um gut über die nächsten neun Tage zu kommen.

Gerade in Nordhessen darf dabei der traditionelle Kreppel nicht fehlen. Wir haben uns die Besonderheiten des Fettgebäcks erklären lassen und beim Fachmann nachgefragt, welche Füllung besonders beliebt ist. Für Kurzentschlossene gibt es Schminktipps vom Spielmobil Rote Rübe, die auch zu Hause problemlos nachzumachen sind. Und wussten Sie eigentlich schon, dass ursprünglich gefeiert wurde, um gute Geister zu erwecken, die den Frühling bringen sollen? Dann kann ja nichts mehr schiefgehen – Helau!

Klassiker: Der Kreppel

Ob mit Zuckerguss, Schokoladenglasur, Kristall- oder Puderzucker – Kreppel sind zu Karneval Tradition. Es gibt sie mittlerweile in verschiedensten Varianten, auch der Name des Hefegebäcks ist deutschlandweit unterschiedlich. In Nordhessen sind sie als Kreppel bekannt, im Norden Deutschlands eher als Berliner und in Berlin als Pfannkuchen. „Am Klassiker mit Pflaumenmus und Puderzucker kommt man in Kassel allerdings nicht vorbei. Der ist ein Muss“, weiß Klaus Nenninger, Betreiber des gleichnamigen Cafés und stellvertretender Obermeister der Konditoren-Innung Nordhessen. „Wir backen das Hefegebäck nur zwei Mal im Jahr, nämlich an Silvester und an Karneval“, sagt Nenninger. 

Bei den Füllungen gibt es neben Pflaumenmus und Marmelade, auch Berliner mit Pudding, Champagner oder Eierlikör. Vorwiegend werden am Rosenmontag und am Faschingsdienstag Kreppel gekauft. Nach den Feierlichkeiten dürfe es dann auch gerne mal ein bisschen gehaltvoller sein, sagt Nenninger. Auch wenn es Berliner mittlerweile das ganze Jahr über zu kaufen gäbe, aus seiner Sicht passe das Fettgebäck einfach nicht in die Sommermonate. 

Einer Legende nach hat die Berliner, wie sie vor allem in Norddeutschland genannt werden, ein Berliner Bäcker erfunden. Der Mann wollte unter Friedrich dem Großen in der Armee dienen, erwies sich aber als untauglich. Als Feldbäcker durfte er aber trotzdem im Regiment bleiben. Als Dank backte er die ersten Pfannkuchen. Überregional verbreiteten sich die Berliner dann im 19. Jahrhundert. Zuerst ungefüllt, später dann auch mit Füllung. Traditionell wurden die Berliner aus zwei Teilen zusammengesetzt. In der industriellen Produktion werden sie heute aus einem Stück gefertigt, aber erst nach dem Backen gefüllt. Der weiße Rand am Gebäck entsteht, weil die Berliner nur zur Hälfte in Fett getaucht werden.

Rezept zum Selberbacken

Zutaten: 1 Liter Öl, 1 Würfel Hefe, 1TL Zucker, 1/8 Liter Milch, 500 Gramm Mehl, 30 Gramm Zucker, 1Päckchen Vanillezucker 1TL Salz, 100 Gramm Butter, zwei Eier, ein Eigelb. 

Zubereitung: Die Hefe mit 1 TL Zucker und 1/8 Liter Milch anrühren, 15 Minuten warm stellen.

2/3 des Mehls in eine Schüssel sieben, dann die übrigen Zutaten und die Hefemischung dazugeben und verrühren, bis der Teig Blasen wirft. Dann das restliche Mehl zufügen.

Den Teig gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat. Dann nochmals durchkneten, auf einer bemehlten Fläche 1 Zentimeter dick ausrollen und kleine Kreise ausstechen. Diese Kreise nochmals gehen lassen. In der Zwischenzeit das Öl in einem Kochtopf erhitzen, aber nicht zu heiß werden lassen, sonst verbrennen die Kreppeln.

Nun die Hefebällchen bis zur gewünschten Bräune ins Öl geben, einmal wenden und anschließend in Zucker wälzen.

Das Make-up: Schminktipps zum Nachmachen

Zora Grote vom Spielmobil Rote Rübe hat uns gezeigt, wie man ganz einfach bunte Motive zaubert. Mit ihren Tipps können Eltern ohne Aufwand ihre Kinder zu Stars einer Karnevalsparty machen. Wunderschön anzusehen und farblich variabel ist zum Beispiel ein Schmetterling. Dafür grundiert man mit dem Schwamm grob die Form der Flügel. Anschließend umrandet man die Konturen mit einem feinen Pinsel und malt den Körper des Schmetterlings auf die Kindernase. Kleine Muster in einer anderen Farbe und ein wenig Glitter (gibt es in Gel-Form) machen das Faschingsgesicht perfekt. 

Spiderman ist laut Zora Grote eines der beliebtesten Motive bei Jungen. Wenn man ein paar Dinge beachtet, kann man den Superhelden-Look selbst machen. Zunächst mit einem Schwamm die Augen weiß umranden, anschließend ebenfalls mit einem Schwamm das Gesicht rot färben. Konturen nachziehen und das Spinnennetz mit einem feinen Pinsel aufmalen – fertig. „Am besten klappt es, wenn man das Netz auf die Nasenspitze zentriert“, erklärt die Expertin.

Der Trend: Einhorn-Kostüme sind beliebt

Wer nicht mit Nadel und Faden selbst ein Kostüm nähen möchte, der findet im Einzelhandel zahlreiche Angebote. Die größte Abteilung mit Verkleidungen und Karnevalsartikeln findet sich in Kassel in der Galeria Kaufhof in der Oberen Königstraße. „Der diesjährige Trend in Sachen Kostüme für Karneval ist ganz klar das Einhorn“, sagt Kaufhof-Geschäftsführer Stephan Engel. Dabei sei das Kostüm bei Erwachsenen und Kindern gleichermaßen beliebt.

„Besonders gefragt ist aber bei Frauen auch das Polizistin-Kostüm“, so Engel. Bei Herren sei es der Flaminguy – ein kompletter Anzug mit Krawatte in Flamingo Muster. Bei Jungen sei in diesem Jahr auf Platz eins das Lego-Ninjago- Kostüm. Sich als Lego-Männchen zu verkleiden, das habe es so noch nicht gegeben. Bei Mädchen sind die Disney-Figuren Elsa und Rapunzel angesagt. Neu in diesem Jahr ist aber auch Ladybug aus der Animationsserie Miraculous. Für die Kinderkostüme müsse man 15 bis 30 Euro einplanen, so Engel. Bei den Erwachsenen 20 bis 50 Euro. 

Wer kurzfristig noch eine Verkleidung zu Karnevals braucht und nicht so viel Geld ausgeben möchte, der kann sich beispielsweise ein Matrosen-Shirt mit passender Mütze kaufen und liegt dabei unter 20 Euro. Außerdem kann das Kostüm von Frauen und von Männern getragen werden.

Hier wird in Kassel gefeiert

Der Rathaussturm der GKK ist am Samstag, 10. Februar, ab 12.11 Uhr.

Nach dem Festzug durch die Innenstadt wird vor und im Rathaus gefeiert.

Um 15.15 Uhr gibt es dann noch einen „Sturm“ der „Galeria Kaufhof“ mit karnevalistischem Programm.

Im Philipp-Scheidemann-Haus wird dann abends ab 20.11 Uhr bei der Galasitzung der „KG Fuldatal - Die Windbiedel“ gefeiert.

Traditionell lädt Pfarrer Dirk Stoll am Karnevalssonntag, 11. Februar, zum „Närrischen Gottesdienst“ in die Evangelische Kirche Rothenditmold ein. Beginn ist um 10 Uhr.

Am Sonntagabend, 11. Februar, findet die „Närrische Stadtverordnetensitzung“ im Rathaus statt. Beginn ist um 18.49 Uhr. Höhepunkt ist die Verleihung des Ordens „in joco veritas“. Karten gibt es im Kasseler Rathaus.

Wussten Sie schon, dass ...

... der Karneval immer am 11.11. um 11.11 Uhr beginnt?

... die Narrenzahl die Elf ist, weil zu damaliger Zeit jeder als Narr bezeichnet wurde, der Gottes Zehn Gebote übertrat.

... der Faschingsdienstag auch häufig Veilchendienstag genannt wird?

... Karneval auf der ganzen Welt gefeiert wird?

... in Russland Karneval Maslenitsa genannt wird, was mit „Butterwoche“ übersetzt werden kann? Die Russen dürfen kurz vor Beginn der Fastenzeit kein Fleisch mehr essen und lassen sich dafür Butter und Käse schmecken.

... bereits die alten Germanen Masken trugen, um so die bösen Geister zu vertreiben und die guten zu wecken, die den Frühling bringen sollten?

... Karneval auch Fastnacht, Fasching, Fastelovend oder fünfte Jahreszeit heißt?

... auf Karnevalsumzügen Kamellen, nämlich Süßigkeiten, verteilt werden?

... in Deutschland der Karnevalsbegriff erstmals Ende des 17. Jahrhunderts auftauchte?

... sich der Rosenmontag nicht von der Blume Rose, sondern ursprünglich vom Verb „rasen“ herleitet?

... die größten Karnevalsumzüge in Deutschland in Köln, Mainz und Düsseldorf stattfinden?

... die Idee der Weiberfastnacht im Mittelalter aufgekommen ist – und damit in einer Zeit, als die Frauen den Männern in allem untergeordnet waren?

Rubriklistenbild: © picture alliance / Roland Weihrauch/dpa

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