Karrierestart mit Boxershorts aus Bettwäsche: Das Kasseler Label Soki

Unternehmerinnen: Sophie Roscher (links) und Kira Kimm gründeten das Modelabel „Soki.“

Kassel. Sie arbeiten mit alter Bettwäsche und Bio-Baumwolle und sind seit einem Jahr damit erfolgreich: Sophie Roscher und Kira Kimm stecken hinter dem Modelabel Soki. 

Die Erfolgsgeschichte dieser beiden Jungunternehmerinnen steht auf grundsoliden Säulen: Bevor Sophie Roscher und Kira Kimm ihre eigene Firma, das Modelabel Soki, gegründet haben, absolvierten sie am Staatstheater Kassel Ausbildungen zur Maßschneiderin.

Weil die heute 26-Jährigen in Sachen Mode und Textilien ihren eigenen Kopf haben, stand für die Freundinnen, die sich seit Schulzeiten kennen, früh fest, dass sie sich selbstständig machen. Dabei haben sich ihre Trümpfe bald als Erfolgsrezept herausgestellt: Kreativität, Frische, Freude an der Arbeit und vor allem eine konsequent verantwortungsbewusste Unternehmensphilosophie. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das Handwerk der Schneiderei nachhaltig umzusetzen“, beschreiben sie ihre Geschäftsidee. Es bedeutet, dass sie hauptsächlich alte Bettwäsche verwerten, die sie manchmal mit Bio-Baumwolle kombinieren. „Auf diese Weise zaubern wir neue, individuelle Kleidungsstücke.“ Nachdem die ersten ökologischen Kreationen noch zuhause angefertigt wurden, haben die Frauen vor einem Jahr ihren eigenen schicken Laden mit Atelier an der Friedrich-Ebert-Straße 101 eröffnet.

Originelle Unikate: Boxershorts aus wiederverwertetem Stoff.

Alles begann mit äußerst originellen, stylishen Boxershorts, der Start-up-Kreation von Soki (wir berichteten). Sophie Roscher hatte den Prototypen einst für einen Freund genäht. Das bequem geschnittene und sorgfältig verarbeitete Kleidungsstück zeichnet sich durch die originellen wiederverwerteten Stoffe, bevorzugt aus bunter 70er- und 80er-Jahre-Betttwäsche, aus. Upcycling heißt das Zauberwort. Durch die Wiederverwertung entstehen lauter kleine kostbare Unikate.

Heute sind die Boxershorts, die gerne auch von Frauen getragen werden, ein Renner und so etwas wie das Markenzeichen von Soki. An die tausend Exemplare haben Sophie und Kira inzwischen – auch im Ausland – an den Mann und die Frau gebracht. Es gibt richtig Fans“, sagt Kira Kimm. Weil die Nachfrage groß ist, lassen die Schneiderinnen ihre Shorts inzwischen nähen.

Entsprechend ihrem Anspruch nachhaltig zu produzieren, geschieht dies in der Region: in den Baunataler Werkstätten. „Die machen das super dort, und wir haben gehört, dass sie eine Menge Spaß am Verarbeiten unserer bunten Stoffe haben.“ Zu ihrem Umsatz machten die Soki-Frauen noch keine Angaben.

Zweimal im Jahr wechselt die Kollektion. Inzwischen kann man sich von Kopf bis Fuß bei Soki einkleiden. Neben Kleidern gibt es Sweatshirts und Trainingshosen aus Biobaumwolle, Mützen und mehr. Zu den Promis unter den Kunden zählen Milky Chance, deren Bandmitglieder Soki-Mode sogar auf der Bühne tragen. Kindermode ist ebenfalls im Programm: superbequem, praktisch, ökologisch und allerliebst anzuschauen.

Seit Dezember hat Soki einen Auftritt als Online-Shop. Die Homepage pflegen Freunde. Überhaupt arbeiten Sophie und Kira gerne mit Bekannten zusammen. „Unsere Kassel-Connection“, sagt Kira: „Da muss man sich nicht verstellen und am Ende kommt etwas Gutes heraus.“ Im Laden kann man außerdem Bio-Kosmetik kaufen, Socken, regionales Craft-Beer und anderes. Auch das gehört zur Philosophie von Soki. „Wir verstehen uns als nachhaltigen Konzept-Shop, in dem man mit gutem Gewissen shoppen kann.“

Am Samstag, 8. April, wird an der Friedrich-Ebert-Straße 101, ab 11 Uhr das Einjährige von Soki gefeiert.

Archiv-Video: Das Kasseler Modelabel Soki

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.