Stellenantritt am 2. März

Wie Karsten Honsel Gesundheit Nordhessen voranbringen will

Stand der HNA in Hannover Rede und Antwort: Karsten Honsel, neuer Vorstandsvorsitzender der Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH). Foto: Steinbach

Kassel / Hannover. Eines blieb dem neuen Chef der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), Karsten Honsel, bisher weitgehend erspart.

 Der Krankenhausmanager war nur einmal selbst Patient in einer Klinik. Das ist schon lange her – als Bundeswehrsoldat lag er wegen eines Bänderrisses im Krankenhaus.

Weiterhin Gesundheit und Kraft wünschen dem 51-Jährigen wohl alle – und die wird er auch brauchen, um seine neue Aufgabe an der Spitze des Klinikkonzers mit seinen 4800 Mitarbeitern zu stemmen. Denn kommunale Krankenhäuser auf der finanziellen Haben-Seite zu halten und nicht ins Defizit abstürzen zu lassen, schaffen in Deutschland bisher nur wenige Manager.

Honsels Vorgänger Gerhard M. Sontheimer war so einer, der damit große Fußspuren für Honsel hinterlässt. Man kennt sich, auch privat, und Honsel ist froh über die erfolgreiche Arbeit Sontheimers. „Das Haus ist gut bestellt“, weiß Karsten Honsel, das Klinikum Kassel und die anderen Einrichtungen der Holding „haben einen guten Ruf in Deutschland“.

Karsten Honsel hat in seiner Karriere als Finanzchef von Krankenhäusern viel erlebt – vom 80-Betten-Haus bis zur 1250-Betten-Mega-Klinik. Von entspannten Zeiten mit einem Plus vor der Bilanz bis zu Millionen-Defiziten. Beteiligt war er immer als einer von mehreren im Vorstand. An seiner Kasseler Aufgabe reizt ihn vor allem, dass er nun erstmals selbst an der Spitze steht.

Er will einer sein, der sich auch seiner sozialen und gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst ist, sagt er. „Ein kommunales Krankenhaus hat auch eine moralische Verantwortung, die anders ist als die einer privaten Klinik“, sagt er. Es fällt das Wort von der Daseinsvorsorge. Das bedeute auch, dass man für den Menschen da sein müsse, auch wenn es sich finanziell mal nicht rechnet. Die Kunst sei es dann, im ganzen Krankenhausverbund es so hinzukriegen, dass die Bilanz positiv ist. Schwarze Zahlen seien die beste Voraussetzung für eine funktionierende Daseinsvorsorge, weiß Honsel.

Von Kassel weiß er bisher nicht so viel. Er kennt die Kasseler Berge vom Fahren auf der Autobahn, die Fußgängerzone, den Herkules von unten. Er lernte viele Menschen auf dem Neujahrsempfang der Stadt kennen – viele nette Menschen, wie er betont. Die Rede des Kasseler Oberbürgermeisters habe ihn beeindruckt, Bertram Hilgen habe konkrete Vorstellungen, wohin es gehen soll in der Boom-Stadt Kassel, findet Karsten Honsel.

Wohin es mit dem Klinikum Kassel und den Krankenhäusern im Landkreis sowie in Arolsen unter dem Chef Honsel gehen soll, will er den Mitarbeitern persönlich sagen: „Das sollen die nicht aus der Zeitung erfahren.“

Bis es so weit ist – am 2. März tritt Honsel seinen Job in der Kasseler GNH-Zentrale am Möncheberg gleich gegenüber dem Klinikum an – hat er noch Zeit, um bei Spaziergängen mit Ehefrau Heike und den beiden Langhaardackeln Jim und Ben Kraft zu tanken und sich auch um eine kleine Wohnung in Kassel zu kümmern.

Die Familie bleibt vorerst in Isernhagen bei Hannover. Die beiden Jungs – 16 und 19 Jahre alt – gehen dort noch zur Schule.

Von Frank Thonicke

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