"Wenn er trinkt, will er Streit haben und schlägt zu"

Zwei Frauen geschlagen und unsittlich berührt: 25-jähriger Gewalttäter erhält letzte Chance

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Immer wenn er getrunken hat, greift er andere Menschen an: Ein 25-jähriger Kasseler stand schon wiederholt wegen Körperverletzung und anderen Delikten vor Gericht - diesmal hat er zwei Frauen in Kassel geschlagen und unsittlich berührt.

Zahlreiche Gewalttaten unter Alkoholeinfluss und mehr als ein halbes Dutzend Verurteilungen: Diesmal hat ein 25-Jähriger zwei Frauen in Kassel geschlagen und unsittlich berührt.

Das dürfte die letzte Straftat gewesen sein, für die ein 25-jähriger Kasseler zur Bewährung verurteilt wurde: 15 Monate Haft lautete das Urteil von Amtsrichter Dr. Helmes für den Mann, der mehr als ein halbes Dutzend Verurteilungen wegen Gewalttaten unter Alkoholeinfluss auf dem Konto hat.

Diesmal ging es um den Angriff auf zwei Frauen an einer Bushaltestelle an der Witzenhäuser Straße in Rothenditmold am 18. Mai vergangenen Jahres. Der schwer betrunkene Mann war auf eine ihm unbekannte Frau losgegangen, hatte ihren Kopf gegen den Bus geschlagen und ihr dann mehrere Faustschläge ins Gesicht versetzt. Dabei wurde der Frau ein Ohrring herausgerissen. Dann zerriss er ihr T-Shirt und berührte sie an der entblößten Brust.

25-Jährige schlug die beiden Frauen und berührte sie unsittlich

Eine andere Frau, die dem Opfer zu Hilfe eilte, zog der Angeklagte an den Haaren und berührte sie ebenfalls unsittlich. Während der Angriffe beschimpfte der arbeitslose Hartz-IV-Empfänger die Frauen als „Schlampen“ und „Hurensohn“. Die sexuelle Belästigung und die Beleidigungen flossen in das Urteil wegen Körperverletzung ein.

Am 7. August 2018 war der Angeklagte auf der Wolfhager Straße von zwei Polizeibeamten einer Personenkontrolle unterzogen worden. Auch diesmal hatte er mehr als zwei Promille Alkohol. Mit Beschimpfungen setzte er sich zur Wehr, auch auf dem Revier randaliert er herum.

Immer wieder hat der 25-Jährige ihm Unbekannte mit der Faust geschlagen

Weil die Polizisten dabei aber nicht verletzt worden waren, wurden diese Teile der Anklage eingestellt. Vorbestraft ist der Mann wegen räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung. Immer wieder hatte er Unbekannten Faustschläge ins Gesicht versetzt.

Zuletzt war er dafür Anfang Juli dieses Jahres zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Diese Strafe floss ebenfalls in das neue Urteil mit ein.

Psychiater: „Wenn er trinkt, will er Streit haben und schlägt zu“

Der Psychiater Dr. Hans Hufnagel (Bad Emstal) brachte das Problem des Mannes in seinem Gutachten auf den Punkt: „Wenn er trinkt, will er Streit haben und schlägt zu.“ Positiv bewertete der Arzt den Umstand, dass sich der Angeklagte nach der letzten Straftat freiwillig zu einer Entzugstherapie in eine Suchtklinik begeben hatte.

Weil er jetzt erstmals Aussicht auf einen Ein-Euro-Job des Jobcenters hat und an einer ambulanten Suchttherapie teilnimmt, stellte ihm Hufnagel eine nicht ganz hoffnungslose Sozialprognose aus.

Die berücksichtige auch Staatsanwältin Melike Aydogdu in ihrem Antrag auf eine Bewährungsstrafe. Aber: „Er schlägt einfach Leute ins Gesicht, das hätte jeden treffen können. Das ist Ihre letzte Chance auf Bewährung.“ Dem schlossen sich letztlich auch Richter Dr. Helmes und Verteidiger Dieter Keseberg an.

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