Kassel: 50.000 Liter Heizöl brannten in Fernwärmewerk an Holländischer Straße

Kassel. Großbrand auf dem Henschel-Gelände an der Holländischen Straße in Kassel. In der Nacht zum Mittwoch ging ein Öltank des dortigen Fernwärme-Kraftwerks in Flammen auf.

Mit Unterstützung der Mercedes-Werksfeuerwehr und allen freiwilligen Wehren Kassels brachte die Berufsfeuerwehr das Feuer schnell unter Kontrolle. Menschen wurden nicht verletzt. Es entstand ein Schaden von 200.000 Euro. "Das war kein alltäglicher Einsatz für uns", sagt Karsten Hose.

Als der Einsatzleiter der Kasseler Berufsfeuerwehr gegen 2.40 Uhr am Fernwärme-Kraftwerk im Industriepark Mittelfeld eintrifft, brennt der Öltank in voller Ausdehnung.

Fotos vom Einsatzort

Kassel: 50.000 Liter Diesel brennen auf Gelände an Holländischer Straße

"Wir mussten mit dem schlimmsten rechnen", sagt Hose. Dass der 750.000 Liter fassende Tank nur mit 50.000 Litern Heizöl gefüllt ist, stellt sich erst später heraus. Um den Brandschutz in der Stadt zu gewährleisten, werden alle freiwilligen Feuerwehren alarmiert. Auch die Feuerwehr des Mercedes-Achswerks hilft beim Löschen. Insgesamt sind 50 Feuerwehrleute am Kraftwerk im Einsatz.

Zunächst kühlen die Einsatzkräfte den brennenden Tank. Gleichzeitig trifft die Feuerwehr Vorkehrungen, damit die Flammen nicht auf die benachbarten Gebäude übergreifen.

Dann kommen Drehleitern zum Einsatz. Von oben erstickt die Feuerwehr das Feuer mit Lösch-Schaum. Eine Gefahr für die Bevölkerung durch giftigen Rauch habe nicht bestanden, sagen Hose und Polizeisprecher Torsten Werner.

Die Gase seien durch den Schaum "niedergeschlagen" worden. Auch Explosionsgefahr habe nicht bestanden. Schnell gelingt es den Einsatzkräften, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Was den Brand ausgelöst hat, steht noch nicht fest.  Ermittler der Kasseler Kripo untersuchten am Donnerstag die Unglücksstelle. Sie schlossen Brandstiftung aus. Ein technischer Defekt wird als Ursache vermutet. 

Die Produktion des Kraftwerks liegt seitdem brach. Fernwärme-Kunden seien nicht beeinträchtigt, sagte Heidi Hamdad, Sprecherin der Kasseler Fernwärme GmbH (KFW).

Betroffen seien jedoch die Zentralkantine des Industrieparks sowie die benachbarte Finoba Automotive GmbH. Finoba produziert dort Aluminium-Strukturteile für die Auto-Industrie. Mit Dampf aus dem Kraftwerk werden üblicherweise Maschinen betrieben, sagte Finoba-Prokuristin Nadine Boguslawski.

"Uns trifft der Ausfall hart, wir haben Lieferverpflichtungen." Eigentlich soll die Produktion über die Feiertage uneingeschränkt weiterlaufen. Wann die Produktion im Kraftwerk wieder anlaufe, sei nicht abzuschätzen, sagte Hamdad. Der Öltank sei zerstört.

Es werde an einer anderen technischen Lösung gearbeitet, um Kunden wie Finoba schnell wieder zu versorgen. (clm)

Rubriklistenbild: © Karsten Socher / KS-Fotografie.net

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