Barthel: Kein Umbau vor der Kunstausstellung - Verkehrsamt speckt Pläne ab

Altmarkt wird vor documenta nicht umgebaut

Kassel. Die Altmarktkreuzung bleibt erst einmal wie sie ist: „Nach meiner Einschätzung kann die Kreuzung nicht vor der documenta im kommenden Jahr umgebaut werden“, sagte Dr. Jürgen Barthel jetzt gegenüber der HNA.

Der Kämmerer, der nach dem Abgang von Baudezernent Dr. Joachim Lohse das Dezernat interimsweise führt, will sich auch nicht festlegen, ob die Kreuzung vor dem Stadtjubiläum im Jahr 2013 umgebaut wird.

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Bei der bisherigen Planung war eine Sommerbaustelle favorisiert worden, da während der Urlaubszeit weniger Verkehr über die Kreuzung rollt. Damit sollten sich die Verkehrsbehinderungen in Grenzen halten. Während der documenta und im Jahr des Stadtjubiläums mit vielen Veranstaltungen soll nach dem Willen von OB Bertram Hilgen auch nicht gebaut werden.

Bis Ende Juni waren alle Beteiligten davon ausgegangen, dass die Bauarbeiter in diesen Tagen anrücken. Das Land hatte jedoch kurzfristig einen geringeren Zuschuss zu den Baukosten zugesagt, als von Lohse erhofft. Bei Gesamtkosten von vier Millionen Euro ist dadurch eine Lücke von 300 000 Euro entstanden. Lohses letzte Amtshandlung als Baudezernent war es deshalb, die Ausschreibung aufzuheben und die Arbeiten damit zu stoppen. Mittlerweile hat er sein neues Amt als Umweltsenator in Bremen angetreten.

Kosten reduzieren

Barthel lässt Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes nun prüfen, wie die Kosten des Umbaus reduziert werden können, damit die Stadt das Projekt stemmen kann. Zwei Ziele müssen dabei umgesetzt werden, sagte der Kämmerer: „Der Individualverkehr muss bedient werden können“ - sprich: der Pkw-Verkehr muss fließen. Und: „Eine oberirdische Querung für mobilitätseingeschränkte Menschen muss möglich sein“ - sprich: es werden Fußgängerüberwege gebaut.

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Barthel hat in der bisherigen Planung ein „Kommunikationsdefizit“ aufseiten der Stadt ausgemacht. Deshalb soll ein Gutachter seine Prognosen zum Verkehrsfluss nach einem Umbau in einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen. Außerdem müsse klar herausgestellt werden, dass der Hauptgrund für die Arbeiten nicht der behindertengerechte Ausbau der Kreuzung sei, sondern „die notwendige Sanierung des Bestandes“. Die Kreuzung sei für weniger Autos gebaut worden, als jetzt über sie rollten.

Nach den Sommerferien möchte Barthel die überarbeiteten Pläne für den Umbau vorstellen. Dann muss es eine neue Ausschreibung geben, auch die Stadtverordneten müssen möglicherweise einen neuen Beschluss fassen.

Von Uli Hagemeier

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