Gerichtsprozess

„Er hat extra Gas gegeben“ – Frau schildert schockierende Szenen von Amokfahrt in Volkmarsen 

03.05.2021 xkhx , Landgericht Kassel, Verhandlungsort Messehalle 5 der Messe Kasse Beginn Prozess um die angeklagte Amok
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Prozess nach Amokfahrt in Volkmarsen: Maurice P. wird wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Kassel der Prozess gemacht.

Am Landgericht in Kassel wurde der Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer von Volkmarsen fortgesetzt.

  • Maurice P. wird wegen versuchten Mordes in 91 Fällen vor dem Landgericht Kassel der Prozess gemacht.
  • Der Angeklagte soll sein Auto am 24. Februar 2020 in die Zuschauermenge des Rosenmontagszuges in Volkmarsen gefahren haben.
  • Insgesamt sind zunächst 31 Prozesstage angesetzt - Am Mittwoch (09.06.2021) wurde die Verhandlung fortgesetzt.

Kassel/Volkmarsen – „Warum sitzt der im Auto? Warum dreht er nicht um und fährt weg?“ Diese Fragen stellte sich eine heute 32-jährige Frau am 24. Februar 2020, als sie bei Freunden in Volkmarsen aus dem Fenster schaute. Eigentlich wollte sich die Frau den Karnevalsumzug anschauen. Dann bekam ihre kleine Tochter aber Hunger und sie ging ins Nebenzimmer, um ihr die Flasche zu geben, schilderte die Frau am Mittwoch (09.06.2021) vor der Sechsten Strafkammer des Kasseler Landgerichts.

Vor dieser muss sich der 30-jährige Maurice P. wegen des Verdachts des versuchten Mordes in 91 Fällen, Körperverletzung in 90 Fällen sowie eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in den Karnevalsumzug mit seinem Mercedes gefahren zu seien. In der Absicht, viele Menschen zu töten.

Prozess nach Amokfahrt in Volkmarsen: „Ein Mädchen ist durch die Luft geflogen“

Die 32-jährige Zeugin erklärte vor Gericht, dass es sich bei dem Mann hinter dem Steuer eindeutig um den Angeklagten handele. Der junge Mann mit den blonden Haaren habe an dem Tag die Hände am Steuer gehabt und so ausgesehen, als ob er genervt vor einer roten Ampel warte. Von jetzt auf gleich habe der Mann den Wagen beschleunigt und sei in Richtung Umzug gefahren. Zunächst habe sie noch gedacht, dass es sich um einen Stuntfahrer handele, der Teil einer Showeinlage sei.

Dass dies nicht der Fall gewesen ist, schilderte eine 24-jährige Zeugin, die sich den Umzug auf dem Steinweg anschauen wollte. „Ich habe gesehen, wie er mit voller Absicht in die Menschenmenge gefahren ist. Ein Mädchen ist durch die Luft geflogen“, schilderte die Frau. Der Mann habe „extra Gas gegeben“.

Kassel: Zeugin macht Aussagen zum mutmaßlichen Amokfahrer von Volkmarsen

Bei der Vernehmung der Zeugen durch den Vorsitzenden Richter Volker Mütze wurde auch am Mittwoch wieder deutlich, dass Maurice P. ein Einzelgänger gewesen ist. Kaum jemand aus Volkmarsen kannte ihn.

In den Messehallen Kassel haben die ersten Verhandlungstage des Prozesses um den Amokfahrer von Volkmarsen stattgefunden. Künftig wird der Prozess im Kulturbahnhof fortgeführt.

Eine Zeugin, die in einem Getränkemarkt arbeitet, kannte den Angeklagten nur vom Sehen. Er sei täglich in den Markt gekommen, um sich mit Cola, Wodka und Zigaretten einzudecken. Den Schnaps in 0,7-Liter-Flaschen habe er aber nicht immer gekauft. Auch am Tag der Amokfahrt sei er vormittags noch im Getränkemarkt gewesen. Da habe er aber nur einen Pfandbon eingelöst. Er habe nichts gesagt, aber gelächelt.

Am Mittwoch fand der Prozess, den weniger als 20 Zuschauer und nur zwei Journalistinnen verfolgten, zum letzten Mal in den Kasseler Messehallen statt. Künftig wird im Kulturbahnhof verhandelt. Nächster Termin: Montag 28. Juni. Beim letzten Verhandlungstag schilderten Polizeibeamte beim Prozess in Kassel dramatische Szenen der Amokfahrt in Volkmarsen. (use)

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