Jahreswechsel: Viele Kinder leiden unter Infekten

Andrang beim Kindernotdienst

Gerhard Bleckmann

Kassel. Beim Bereitschaftsdienst der Kinder- und Jugendärzte in Kassel gab es zum Jahreswechsel noch einmal großen Andrang. Fast minütlich trafen in den Vormittags- und Mittagsstunden Eltern mit ihren Kindern in der Kinderklinik ein.

Die Patienten mussten teilweise erhebliche Wartezeiten in Kauf nehmen. Viele Patienten litten unter hohem Fieber, berichtet der Obmann der nordhessischen Kinderärzte Gerhard Bleckmann. Obwohl das Team frühzeitig auf zwei Ärzte verstärkt wurde, mussten Kinder und Eltern mitunter zwei Stunden warten.

Es kam einiges zusammen: Viele Kinder leiden derzeit unter Virusinfekten, und wegen der Feiertage sind die Kinderarztpraxen zum Teil auch länger zu. Zudem behandelten die Ärzte auch viele Kinder, die aus Hamburg, München oder Berlin zu Besuch waren. Auch kamen Familien von weiter her, aus Neuental oder Bad Wildungen beispielsweise.

„Wir können nicht mehr tun, als zu arbeiten“, sagt Bleckmann, der zum Jahreswechsel selbst Dienst hatte und sich mit einigen Beschwerden konfrontiert sah. „Doch es liegt nicht an uns oder einer schlechten Organisation“, fügt der Kinderarzt hinzu. Am Silvestertag habe es sich gegen Mittag schlagartig gefüllt, sodass mitunter 30 Patienten im Wartebereich saßen. Am Nachmittag und Abend wurde es wieder ruhiger.

Da nur wenig Unfälle oder aufwändigere Fälle dabei waren, gehe es in der Regel schnell voran. Bei den meisten Fällen von hoch fiebernden Kindern hätte man nicht noch mehrere Tage warten können, sagt Bleckmann. Häufig diagnostizierten die Ärzte eine Bronchitis und auch Lungenentzündungen. So brauchten viele der jungen Patienten Antibiotika beziehungsweise die Eltern einen ärztlichen Rat.

Meist handele es sich um grippale Virusinfekte, erläutert der Mediziner. Die Zahl der Magen- und Darmerkrankungen gehe bereits wieder zurück. In jedem Fall müssten die Ärzte auch bei der Vielzahl ähnlich scheinender Krankheitsfälle genau hinsehen, um eventuell schwere Verläufe oder Komplikationen zu erkennen.

Eltern erkrankter Kinder, die den Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Kinderärzte in diesen Stunden und Tagen aufsuchen möchten, rät Bleckmann, vorher kurz anzurufen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Bleckmann: „Das beste Wartezimmer ist zu Hause.“

Viele Kinder leiden derzeit unter Infekten. Vor allem wenn der Allgemeinzustand des jungen Patienten schlecht ist, sollten Eltern zeitnah ärztlichen Rat suchen - im Zweifel immer. Bei mäßig beeinträchtigten Patienten sollte der Kinderarzt aufgesucht werden, wenn das Fieber länger als drei Tage anhält. Auch wenn Erbrechen dazu kommt, ist ein Arztbesuch anzuraten.

Der Kindernotdienst in den Räumen der Kinderklinik an der Mönchebergstraße 41-43 hat an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 22 Uhr geöffnet, Mittwoch und Freitag von 15 bis 22 Uhr sowie Montag, Dienstag und Donnerstag von 19 bis 22 Uhr. Tel. 0561/9 88 66 90.

Von Martina Heise-Thonicke

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