Wenn Anne Janz nach Wiesbaden geht

Anne Janz wechselt nach Wiesbaden: Die Folgen und Möglichkeiten für die Grünen

Anne Janz

Die Kasseler Jugenddezernentin Anne Janz wird als Staatssekretärin nach Wiesbaden wechseln. Für die Grünen in Kassel ist das eine Chance. Eine Analyse. 

Mit Anne Janz verlässt Kassels dienstälteste Dezernentin den hauptamtlichen Magistrat in Richtung Wiesbaden. Sie soll dort Staatssekretärin im Sozialministerium werden. Was als einfache Personalie daherkommt, hat tatsächlich weitreichende Auswirkungen.

Mit dem Wechsel zeigt sich noch deutlicher, welche Kasseler Abordnung in Zukunft auf Landesebene am stärksten sein wird. Die Kasseler Grünen sind dort künftig nicht nur mit den beiden Abgeordneten Karin Müller und Vanessa Gronemann vertreten, sondern auch noch mit der Staatssekretärin Janz.

Dem gegenüber stehen jeweils Solisten: Die Kasseler SPD stellt nur noch den Abgeordneten Wolfgang Decker, die Kasseler Linken werden mit Torsten Felstehausen im Parlament vertreten sein. Und die Kasseler CDU muss hoffen, dass Eva Kühne-Hörmann Ministerin bleibt. Sonst hätte sie gar niemanden mehr von Rang und Namen in Wiesbaden.

Insofern spiegelt sich darin das Wahlergebnis von Ende Oktober wider. In der Stadt Kassel lagen erstmals die Grünen vorn – mit mehr als 25 Prozent der Zweitstimmen; zudem holte hier mit Vanessa Gronemann zum ersten Mal eine Grüne ein Direktmandat.

Hält der Höhenflug der Grünen in Großstädten und damit auch in Kassel an, könnten sie auch ein Wörtchen bei der nächsten Oberbürgermeisterwahl mitreden. Die steht – wenn nichts dazwischenkommt – zwar erst 2023 an. Aber Anne Janz’ Abschied aus der Kasseler Kommunalpolitik bietet der Partei eben auch die Chance, einen geeigneten Kandidaten oder eine geeignete Kandidatin aufzubauen – im von Janz verlassenen Dezernat.

Der oder die Neue hätte die Möglichkeit, sich zu profilieren und in der Stadtgesellschaft noch bekannter zu machen. Von daher ist bei den Grünen Weitsicht gefragt, wenn es darum geht, einen Nachfolger für Janz zu finden.

Die Grünen in Kassel: Nacholger für Anne Janz 

Könnte Anne Janz nachfolgen: Nicole Maisch.

Derzeit mangelt es den Grünen ja gerade daran: an den bekannten Gesichtern, die durchaus für höhere Aufgaben infrage kämen. Janz? Geht nach Wiesbaden. Fraktionsvorsitzender Dieter Beig? Wird mit Anfang 60 kaum mehr einen Posten im Magistrat anstreben. Parteichef Boris Mijatovic vielleicht. Wer dann noch bleibt, ist Nicole Maisch, die nach ihrer Zeit als Bundestagsabgeordnete derzeit beim Regierungspräsidium arbeitet und sich von der politischen Bildfläche zurückgezogen hat.

Die 38-Jährige könnte durchaus das Zeug haben, eine ernsthafte Konkurrentin für Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) bei der nächsten Wahl zu werden. Sie ist erfahren und noch jung zugleich, zudem schon halbwegs bekannt.

Bestätigt sich der aktuelle Trend, lauert die Gefahr für Geselle eher beim Koalitionspartner im Rathaus als vielmehr bei der CDU, die bei den vergangenen beiden Direktwahlen schon sang- und klanglos scheiterte und in deren Reihen sich niemand aufdrängt, um ernsthaft anzugreifen.

So wird Geselle, der sich derzeit im Urlaub befindet, den Weggang von Janz mit gemischten Gefühlen aufgenommen haben. Zum einen verlässt mit ihr jemand den Magistrat, den er durchaus skeptisch sah. Zum anderen weiß er aber nicht, was kommt. Bei Janz wusste er zumindest, dass sie keine Ambitionen mehr hatte, mal gegen ihn anzutreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.