Anna-Seghers-Straße in Wehlheiden

Knöllchen nur Info: Anwohner in Kassel über plötzliche Spielstraße sauer

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Wurde zur Spielstraße erklärt: Autofahrer, die früher problemlos ihr Auto auf der Anna-Seghers-Straße in Wehlheiden parkten, dürfen das jetzt nicht mehr.

Vor wenigen Tagen wurde die Anna-Seghers-Straße in Kassel-Wehlheiden zur Spielstraße erklärt - mit Folgen. Denn viele Anwohner erhielten dadurch ein Knöllchen fürs Falschparken.

Seit drei Jahren ist die Sternbergstraße in Wehlheiden mit Unterbrechungen eine Baustelle. Eigentlich sollten die Kanalarbeiten längst abgeschlossen sein, dann machte aber der Untergrund den Planern von der Stadt einen Strich durch die Rechnung.

Zum Leidwesen der Anwohner, die nicht nur von der Baustelle vor der Haustür genervt sind, sondern sich auch Ausweichparkplätze für ihre Autos suchen müssen. Ebenso die Schüler, die das Fröbelseminar besuchen.

Bisher habe das eigentlich gut geklappt, sagt ein Anwohner. Er habe seinen Wagen immer in der benachbarten Anna-Seghers-Straße abgestellt, ohne dass jemand dadurch behindert worden sei. Vor ein paar Tagen wurden dann plötzlich Schilder aufgestellt: Die Anna-Seghers-Straße wurde von der Stadt zur Spielstraße erklärt. Mit Folgen für die Anwohner, die bislang hier geparkt haben: Am Dienstag klemmte hinter den Scheibenwischern aller Autos, die in der Straße außerhalb der Parkbuchten standen, ein Strafzettel. Das Parken ist in Spielstraßen nämlich verboten.

Spielstraße wurde im Ortsbeirat angeregt

Die Anwohner waren nichtsdestotrotz sauer über die Knöllchen. „Dass man in der Spielstraße nicht parken darf, stimmt. Aber die Vorgehensweise der Stadt ist mehr als frech“, sagt der Mann. „Zum einen hätte man uns mal informieren können, dass die Straße zur Spielstraße wird.“ Zum anderen möchte er von der Stadt erfahren, wo er jetzt sein Auto abstellen soll. Die Sternbergstraße ist schließlich noch bis zum Herbst Baustelle. Der Mann fragt sich, warum die Stadt nicht bis zu diesem Zeitpunkt gewartet hat, um die Anna-Seghers-Straße zur Spielstraße zu erklären.

Die Umwidmung der Anna-Seghers-Straße sei am 6. Juni erfolgt, sagt Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp. „Die Maßnahme wurde unabhängig von der Baumaßnahme in der Sternbergstraße umgesetzt.“ Die Ausweisung eines verkehrsberuhigten Bereichs in der Anna-Seghers-Straße sei bereits im vergangenen Jahr im Ortsbeirat angeregt und von Anwohnern der Anna-Seghers-Straße unterstützt worden, so Bohnenkamp. Es stünden weiterhin 14 reguläre Parkplätze in baulich angelegten Parkbuchten zur Verfügung.

Stadt: Keine Strafzettel, nur Information

Obwohl die Stadt die klassischen Knöllchen an die Autos geklemmt hat, soll es sich um gar keine Strafzettel handeln, sagt Bohnenkamp. Man habe lediglich Hinweiszettel angebracht, die die Verkehrsteilnehmer für dies neue Regelung sensibilisieren sollen. Das ordnungswidrige Parken sei daher bislang auch noch nicht geahndet worden. Das geschehe erst ab Montag.

Einfach nur ein Hinweis? Der Anwohner hat ein gelbes Knöllchen erhalten, auf dem handschriftlich lediglich vermerkt wurde: Hier ist Parken verboten. Die Stadt räumt auf Nachfrage ein, dass klassische Knöllchen verteilt worden, diese aber nur als Hinweis gedacht gewesen seien. Künftig wolle man andere Vordrucke nutzen.

Auf die Frage, wo die Menschen bis zur Beendigung der Baustelle parken sollen, antwortet die Stadt: „Soweit die in der Anna-Seghers-Straße baulich angelegten Parkbuchten erschöpft sind, müssen die Anwohner auf anderweitige Parkmöglichkeiten im Quartier ausweichen.“

Verkehrszeichen in Wohngebieten: Spielstraße

Ein Erwachsener, der mit einem Kind Ball spielt, im Hintergrund ein Auto und ein Haus: Dieses blau-weiße Schild ist meistens in Wohngebieten anzutreffen, wo viele Familien mit Kindern wohnen. Es kennzeichnet eine verkehrsberuhigte Zone, umgangssprachlich auch als Spielstraße bezeichnet, und hat Konsequenzen, die nicht allen Autofahrern geläufig sind. Wie zum Beispiel, dass in verkehrsberuhigten Bereichen das Parken außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen unzulässig ist.

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