Raus aus der Isolation

Arbeit des Kuratoriums ist Beispiel für Wandel der Behindertenhilfe

Integratives Zirkusprojekt: Seit Jahren unterstützt das Kuratorium Aktion für behinderte Menschen auch „Zirkutopia“. Archivfotos:  nh

Kassel. „Es ist normal, anders zu sein“, sagt Dirk Engels. Das Kuratorium Aktion für behinderte Menschen (AfbM), dessen Vorsitzender er ist, hat viel dazu getan, Menschen mit Behinderungen in die Mitte der Gesellschaft zu holen.

Vor allem in den Anfangsjahren der Kuratoriumsarbeit war das wörtlich zu nehmen: Behinderte Menschen wurden befördert und betreut, um an Festen, Konzerten oder Freizeiten teilhaben zu können. Die Arbeit des AfbM, die vor 35 Jahren begann, ist ein Beispiel dafür, wie sich die Hilfe für Behinderte über Jahrzehnte gewandelt hat.

„Früher hat man Menschen mit Behinderungen - wenn überhaupt - nur am Rande wahrgenommen“, sagt Engels. Meist kamen sie kaum aus den Wohn- und Arbeitseinrichtungen oder ihrem Zuhause heraus. „Heute sind alle sensibler geworden, man sieht den Menschen mehr im Vordergrund“, ergänzt AfbM-Sprecher Erwin Pötter.

Dirk Engels

So hat sich im Laufe der Jahre auch die Hilfe des Kuratoriums geändert. Heute werden zum Beispiel die Anschaffung von Computern für Behinderteneinrichtungen, integrative Freizeit- und Schulprojekte sowie Angebote in der Erwachsenenbildung finanziert.

Allein durch die von einer Kasseler Firma finanzierten Freizeiten können jährlich 600 behinderte Kinder daran teilnehmen, erläutert Geschäftsführerin Susanne Bauer. Der Verein unterstützt mithilfe von Spenden, Sponsoren und Aktionen zudem Therapien, integrative Projekte und familienentlastende Hilfen.

Oft hilft das Kuratorium auch in Einzelfällen schnell und unbürokratisch. Wenn zum Beispiel ein neues Bett gebraucht wird oder sich ein kleinwüchsiger Mensch ein spezielles Fahrrad wünscht, um mit seiner Familie radeln zu können. „Von den Krankenkassen wird immer mehr an Leistungen zurückgenommen, deshalb ist unsere Arbeit wichtig“, sagt Engels. Auch in Not geratene alte Menschen profitieren davon.

Das engagierte Kuratoriumsteam wünscht sich, künftig noch mehr Vereine und Gruppen der Behindertenhilfe zu erreichen, um weiteren neuen Projekten auf die Beine zu helfen. „Wir kennen und unterstützen schon eine Vielzahl von Projekten in der Behindertenhilfe, doch wir sind sicher, es gibt noch mehr, die unserer Unterstüzung bedürfen“, sagt Susanne Bauer. (hei)

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