Arbeitslosigkeit im Bezirk Kassel nur leicht gesunken

Kassel. So trüb sich das Wetter zeigt, so mäßig fällt auch die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt aus: Im Mai ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Kassel, zu dem neben Stadt und Kreis Kassel auch der Werra-Meißner-Kreis gehört, um 0,3 Prozent nur leicht gesunken.

Die Quote liegt derzeit bei 7,2 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert bei 6,8 Prozent. Im Agenturbezirk Kassel sind zurzeit 19 712 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 552 weniger als im April, aber 1353 mehr als im Vorjahr. Im Landkreis Kassel liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 5,1 Prozent, in der Stadt Kassel bei 10 Prozent und in ganz Hessen bei 5,8 Prozent. Vom Mai hat sich der Leiter der Arbeitsagentur Detlef Hesse noch deutlich mehr versprochen. Auch im April war die Arbeitslosenquote nur um 1,3 Prozent gestiegen.

„Dies ist ein Beleg dafür, dass im Moment die Konjunktur schwächelt“, sagte Hesse bei der Vorstellung der aktuellen Arbeitsmarkt-Zahlen. Bei vielen Firmen herrsche aufgrund der trüberen wirtschaftlichen Aussichten große Verunsicherung. Zwar bewege sich der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Kassel im hessenweiten Trend, doch habe die rückläufige Entwicklung hier schon deutlich früher eingesetzt.

Betroffen seien alle Branchen, mit Ausnahme des Sozial- und Gesundheitssektors. Im Mai wurden ganze 40,1 Prozent weniger Stellen als im Vorjahreszeitraum gemeldet. Nur 986 Stellen kamen im gesamten Agenturbezirk dazu. Im Bestand gebe es derzeit 2241 Arbeitsplatzangebote. Deutliche Wachstumsimpulse von großen Firmen wie in den vergangenen Jahren fehlten derzeit. In Stadt und Landkreis Kassel mache sich unter anderem der Stellenabbau bei SMA und im Zeitarbeitsbereich bemerkbar.

In der Stadt Kassel sind 9931 Arbeitslose gemeldet (578 mehr als im Vorjahr), im Landkreis 6343 (582 mehr). Diese Entwicklung mache sich auch auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar: Mit bislang 2719 gemeldeten Lehrstellen verzeichne die Arbeitsagentur einen Rückgang von 7,8 Prozent beziehungsweise 102 Stellen im Vergleich zum Vorjahr. Ende Mai waren 1843 Bewerber noch ohne Lehrstelle und 1212 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Hesse appellierte an die Betriebe, mehr junge Leute einzustellen, da in diesem Jahr wegen der durch G8 bedingten Doppeljahrgänge große Schulabgängerzahlen zu erwarten seien. In den nächsten Jahren werde es einen massiven Rückgang geben. „Jeder Betrieb, der heute ausbildet, braucht sich morgen um seine Fachkräfte keine Sorgen zu machen“, sagte Hesse.

Jungen Leuten, die noch eine Ausbildungsstelle suchen, rät er, sich baldmöglichst mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur in Verbindung zu setzen. Die Agentur helfe nicht nur bei der Berufsauswahl, sondern auch beim Bewerbungstraining.

Kontakt: Servicenummer 01801/555 111 (Festnetz 3,9 Cent pro Minute, Mobilfunk max. 42 Cent).

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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