Neben GWG drei weitere

Auch weitere Wohnungsunternehmen denken an Mieterhöhungen

Kassel. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel erhöht ab Juni die Miete für 2600 Wohnungen in Kassel. Wir wollten von den drei weiteren großen Vermietern in der Stadt wissen, ob deren Mieter auch mit Mieterhöhungen rechnen müssen:

Auf einen Streich will die GWG für 2600 ihrer insgesamt 8600 Wohnungen die Miete erhöhen. Die Mehreinnahmen sollen helfen, eine geplante Investition von 100 Millionen Euro in den Jahren bis 2017 zu stemmen. Die GWG will Wohnungen modernisieren und für bessere Heizungsanlagen und Wärmedämmung sorgen. Die drei weiteren Unternehmen planen ebenfalls Erhöhungen.

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt hat in Kassel 5048 Wohnungen, die Durchschnittsmiete liegt bei 4,50 Euro kalt pro Quadratmeter. „Wir haben in den vergangenen Jahren unsere Mieten immer wieder mal moderat angepasst und werden dies auch in diesem Jahr und in den Folgejahren sicherlich tun“, sagt Unternehmenssprecher Jens Duffner.

Denn die Wohnstadt müsse jährliche Investitionen von 19 Millionen Euro in die nordhessischen Wohnungsbestände ja auch verdienen. Bei Mieterhöhungen gehe man aber nicht wie die GWG für viele Wohnungen gleichzeitig vor, „sondern wir betrachten einzelne Quartiere und passen die dortige Miete an die örtlichen Gegebenheiten an.“

Für die Mieterhöhungen gelte, dass sie moderat und sozial verträglich seien.

Die durchschnittliche Miete der Kasseler Genossenschaft Vereinigte Wohnstätten 1889 mit 4000 Wohnungen in Kassel liegt bei 3,96 Euro kalt pro Quadratmeter. „Auch wir müssen die Mieten anpassen“, sagt 1889-Vorstand Uwe Flotho.

Das geschehe sozialverträglich und kontinuierlich. Solche Mieterhöhungen seien auch wichtig, um die Preisunterschiede zwischen Neuvermietung und langjährigen Mietverhältnissen auszugleichen, erklärt Flotho. Im Bestand gibt es auch noch Mietpreise von unter drei Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, in der Spitze und in besonders guten Wohnlagen verlangt die Genossenschaft 5,80 Euro.

Die Einnahmen aus Mieterhöhungen dienen der Genossenschaft dazu, den Bestand in Schuss zu halten, Wohnungen zu modernisieren und vor allem barrierefrei umzubauen.

Auch die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH), die in Kassel über 5161 Wohnungen verfügt, plant Mieterhöhungen. „Aber nicht in großem Stil“, sagt GWH-Geschäftsstellenleiter Stefan Bürger. Meist würden Mieterwechsel genutzt, um bei der Neuvermietung die Miete zu erhöhen.

Dabei werde aber meist modernisiert, etwa in ein neues Bad oder neue Elektrik. Die durchschnittliche Miete liegt bei der GWG bei 4,64 Euro. Zum Vergleich: Der Immobilienverband Deutschland nennt für eine Drei-Zimmer-Wohnung mit mittlerem Wohnwert in Kassel aktuell einen Durchschnitt von 5,50 Euro.

Von Jörg Steinbach

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.