Ausstellung in der documenta-Halle 

„Guck mal, wie Alzheimer aussieht!“: Erste Besucherreaktionen auf die Körperwelten in Kassel

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Dokumentierte viele Objekte mit seiner Kamera: Siegfried Schneider vor einem Ganzkörperplastinat, das einen Feuerwehrmann zeigt, der eine Frau rettet.

Die Körperwelten-Ausstellung in der documenta-Halle Kassel ist eröffnet. So reagierten die ersten Besucher.

  • Körperwelten-Ausstellung in Kassel eröffnet
  • 150 HNA-Leser hatten vorab Gelegenheit die Ausstellung von Gunther von Hagens zu besichtigen
  • Körperwelten-Ausstellung ist bis zum 17.05.2020 in der documenta-Halle zu sehen

Kassel - Seit Freitagabend (21.02.2020) hat die Körperwelten-Ausstellung in der documenta-Halle Kassel geöffnet. Bereits am Vorabend hatten 150 HNA-Leser die Chance, die anatomische Ausstellung zu besuchen.

Die ersten Gäste waren begeistert von den menschlichen Präparaten aus der Körperwelten Werkstatt von Gunther von Hagens. Viele erlebten beim Blick unter die Oberfläche ihres Körpers einen Aha-Effekt.

Körperwelten in Kassel: So groß ist ein menschliches Herz

So erging es auch Yvonne Louis aus Niestetal. Sie bestaunte in der Körperwelten-Ausstellung in Kassel ein ausgestelltes Herz: „Ich hätte nie gedacht, dass es so groß ist“, sagt sie. Beim Blick auf den großen Berg von Ölfässern neben der Vitrine mit dem Herzen erschien dessen Größe aber doch eher klein. Denn die 7000 Liter fassenden Fässer symbolisieren die Menge an Blut, die ein Herz Tag für Tag im Ruhezustand durch den Körper pumpt.

Staunte über die Größe: Yvonne Louis vor einem ausgestellten Herzen.

Körperwelten in Kassel: Krankhafte Veränderungen von Organen im Fokus

Nicht weniger erstaunt standen die Besucher vor einem sieben Meter langen Verdauungstrakt, einer Raucherlunge und einem von Alzheimer befallenem Gehirn. Mit Blick auf die für die Krankheit typischen Eiweißablagerungen sagte eine Besucherin zu ihrem Mann: „Guck mal, wie Alzheimer aussieht!“

Die krankhaften Veränderungen von Organen bilden einen Schwerpunkt der Körperwelten-Schau in Kassel, die sich auf kurze Infotafeln zu den Objekten beschränkt. Die wesentlichen Informationen erhalten die Gäste via Audioguide.

Körperwelten in Kassel: 20 Ganzkörperplastinate ziehen Aufmerksamkeit auf sich

Viele Besucher reflektieren das Gesehene vor dem Hintergrund ihrer eigenen Situation. Für Siegfried Schneider, der eine schwere Herz-Operation hinter sich hat, war es daher besonders interessant, einen Blick in das Innere eines Brustkorbs zu werfen.

Neben den ungefähr 180 ausgestellten Organen und Körperscheiben in der Körperwelten-Ausstellung Kassel zogen vor allem die 20 Ganzkörperplastinate die Aufmerksamkeit auf sich. Mit Smartphones und Kameras wurden die Präparate aus allen Perspektiven abgelichtet.

Besucherin Sonja Becker stellte dabei fest: „Man realisiert erst gar nicht, dass es reale tote Körper sind.“ Und Julia Brand fand: „Ich hätte nicht gedacht, dass man alles so genau sieht. Jede Arterie. Ich hatte mir das alles gröber vorgestellt.“

Körperwelten in Kassel: Mulmiges Gefühl haben die wenigsten Besucher

Ein mulmiges Gefühl hatten die wenigsten der Gäste. „Das ist überhaupt nicht gruselig, sondern interessant“, resümierten Günther und Inge Gläsel aus Schwalmstadt ihren Besuch in der Körperwelten-Ausstellung Kassel.

Und obwohl sich vor allem um die Ganzkörperplastinate große Menschentrauben bildeten, ging es vergleichsweise still in der Ausstellung zu. Besonders ruhig wurde es in dem abgetrennten Raum, in dem die menschlichen Entwicklungsstadien anhand von Embryonen und Föten dargestellt werden. Weil der Anblick nicht für jeden etwas ist, wurde dieser Teil vom Rest der Ausstellung etwas abgetrennt und kann auf Wunsch ausgelassen werden.

Körperwelten in Kassel: Blick in die Ausstellung

Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer
Körperwelten in Kassel - Blick in die Ausstellung
 © Andreas Fischer

Körperwelten in Kassel: Rundgang in der documenta-Halle dauert etwa 90 Minuten

Wer sich für den Rundgang durch die documenta-Halle Zeit lässt, braucht etwa 90 Minuten. Mindestens sollten Besucher aber eine Stunde Zeit einplanen.

Info: geöffnet ist die Körperwelten-Ausstellung in Kassel bis 17. Mai immer montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr  sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr - letzter einlass ist jeweils um 17 Uhr. Weitere Infos unter: koerperwelten.de

Kurz vor der Eröffnung der Körperwelten-Ausstellung in Kassel haben wir Gunther von Hagens in seinem Plastinarium in Guben besucht - hier werden die Körper präpariert. Insgesamt 14 Kasseler wollen ihren Körper für die Ausstellung spenden - wir haben mit einer Frau über diesen Wunsch gesprochen.

Video: Referendarin entwickelt Tablet-Programm für die Körperwelten-Ausstellung

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