2000 weitere Fahrzeuge pro Jahr

Immer mehr Autos in Kassel - Grüne fordern höhere Parkgebühren

Nicht nur in Kassel-Bettenhausen kommt es oft zu Staus. Auch im Rest der Stadt gibt es immer mehr Autos.
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Nicht nur in Kassel-Bettenhausen kommt es oft zu Staus. Auch im Rest der Stadt gibt es immer mehr Autos.

Viel ist in den letzten Jahren in Kassel über die Verkehrswende diskutiert worden. Dabei gibt es immer mehr Autos in der Stadt. Politiker fordern Konsequenzen.

Kassel – Trotz neuer Radwege und des Ausbaus des öffentlichen Nahverkehrs gibt es in Kassel immer mehr Autos. So hat sich die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge in Kassel seit 2015 von 110 952 auf 120.501 erhöht. Jedes Jahr kommen etwa 2000 neue Fahrzeuge hinzu. Allein die Zahl der zugelassenen Pkw hat sich in diesem Jahr um 825 erhöht. Die von vielen geforderte Verkehrswende scheint in weiter Ferne zu liegen.

Bundesweit ist Kassel damit keine Ausnahme. So hatte der Wirtschaftswissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer zuletzt herausgefunden, dass die Zahl der Autos in 22 von 25 ausgewerteten Städten im vorigen Jahr zugenommen hat. Für den Auto-Experten ist „der oft behauptete Trend weg vom Auto nicht zu erkennen“.

Zahl der Autos in Kassel nimmt stark zu - SPD sieht „Trend zum Zweit-und Drittauto“

Sascha Gröling, verkehrspolitischer Sprecher der Kasseler SPD-Fraktion, hat sogar einen „Trend zum Zweit- und Drittauto“ ausgemacht. Am höchsten ist die Pkw-Dichte in den Stadtteilen Nordshausen (575 private Pkw pro 1000 Einwohner), Jungfernkopf und Brasselsberg (jeweils 570). Verhältnismäßig am wenigsten Autos gibt es in Nord-Holland (203) und Wesertor (200).

Für Sven Schoeller, den verkehrspolitischen Sprecher der Grünen, ist der Anstieg „ein Alarmsignal, denn wir müssen CO2 reduzieren und die Aufenthaltsqualität in der Stadt verbessern“. Seiner Ansicht nach gelingt das nicht allein durch mehr Radwege und einen attraktiveren ÖPNV: „Autofahren muss auch unattraktiver werden – etwa durch Verteuerung des Parkraums.“ Darum schlägt Schoeller vor, sich Tübingen zum Vorbild zu nehmen. Dort sollen SUV-Fahrer, deren Wagen besonders viel Platz wegnehmen, künftig 360 statt 30 Euro im Jahr für einen Anwohnerparkausweis zahlen. In Kassel kostet er derzeit zwischen 21 und 30 Euro. Der Klimaschutzrat fordert in seinem Maßnahmenpaket Mobilität bereits seit Längerem, dass Parken teurer werden muss.

Kassel: Grüne fordern teurere Parkmöglichkeiten für Autos - CDU reagiert mit Kritik

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Michael von Rüden von der CDU hält indes nichts davon, „dem Bürger in die Tasche zu greifen: Das würde zu Protesten führen“. Aber auch er hat festgestellt, dass die Autodichte „dramatisch zugenommen“ hat. In seinem Quartier in der Südstadt „bekommt man normalerweise gar keinen Parkplatz“. Bei der Stadt schließt man eine Erhöhung der Gebühren für das Anwohnerparken nicht aus. „Wir warten auf die Vorgaben des Landes und werden dann entscheiden“, sagt ein Sprecher. (Matthias Lohr)

In einigen Stadtteilen von Kassel ist die Parksituation für Autos besonders schwierig.

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