Kannten ihr Opfer seit der Kindheit

Drei junge Männer rauben Bekannten brutal aus - So lautet das Urteil

Verurteilt: Drei Männer aus Kassel haben lange Haftstrafen bekommen. Sie waren der Polizei bereits bekannt.
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Verurteilt: Drei Männer aus Kassel haben lange Haftstrafen bekommen. Sie waren der Polizei bereits bekannt.

Drei junge Männer haben in Kassel einen Bekannten brutal in dessen Wohnung ausgeraubt - jetzt fiel das Urteil gegen das Trio, das bei der Polizei nicht unbekannt ist.

  • Drei junge Männer aus Kassel wurden wegen besonders schwerem Raub und Körperverletzung vom Landgericht verurteilt.
  • Besonders schwer wogen die Vorstrafen der drei Männer, die nicht nur bei der Polizei alte Bekannte sind.
  • Dabei scheint der Anlass für die jetzt so hart abgeurteilte Tat eher banal.

Kassel – Wegen besonders schwerem Raub und Körperverletzung hat das Landgericht drei junge Männer aus Kassel zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten in Oberzwehren ihr Opfer, das sie seit ihrer Kindheit kennen, in dessen eigener Wohnung mit Schlägen und Tritten schwer verletzt und ausgeraubt.

Kassel: Junge Männer sind alte Bekannte bei Polizei und in Drogenszene

Besonders schwer wogen vor der 11. Strafkammer von Richter Dr. Christian Springmann die einschlägigen Vorstrafen der drei, die sowohl in der Kasseler Drogenszene als auch bei der Polizei alte Bekannte sind.

Dabei scheint der Anlass für die jetzt so hart abgeurteilte Tat eher banal: Das spätere Opfer soll seinem Freund, dem Hauptangeklagten, aus dem Keller zwei iPhones mit zersprungenen Displays, eine Festplatte und ein Geländemotorrad gestohlen haben. Die Festplatte erhielt der Angeklagte zurück, die beiden Handys wurden offenbar auf Ebay vertickt, das Geld für Drogen ausgegeben.

Kassel: Junge Männer lauern Opfer vor Wohnung auf

Der Haupttäter forderte seine Sachen zurück und schickte dem früheren Freund per Sprachnachricht übelste Drohungen, die von Fingerabschneiden über Angriffe auf Mutter und Kinder bis zum Tod reichten. Gemeinsam mit den beiden anderen lauerte er dem Opfer am Nikolaustag 2018 vor der Wohnung in Kassel auf. 

Unter Schlägen und Tritten wurde das Opfer in die Wohnung gedrängt, wo alle drei auf ihn einschlugen. Einer zog ein Messer und drohte damit, der Hauptangeklagte griff zu einer Gabel, hielt sie ans Auge und fügte dem Opfer mit einer Zigarette eine Brandverletzung im Augenbereich zu. Der Geschädigte erlitt zahlreiche Frakturen im Gesicht und Rippenprellungen.

Weil weder Handys noch Geld in der Wohnung aufzutreiben waren, nahm der Haupttäter das Handy des Opfers und eine Alexa-Box mit. Der dritte Mann schnappte sich ein Fernsehgerät, das er bei sich daheim aufstellte.

Kassel: Männer vorbestraft - Haupttäter kann sich auf längere Strafe einstellen

Die Urteile der 11. Strafkammer am Landgericht Kassel fielen differenziert aus: Der Haupttäter erhielt mit dreieinhalb Jahren die niedrigste Strafe. Er hatte Handy und Alexa-Box zurückgegeben, deshalb wurde er nicht wegen schweren Raubes, sondern nur wegen Körperverletzung und Nötigung verurteilt. Allerdings dürften zwei Bewährungsstrafen wegen früherer Körperverletzungen jetzt widerrufen werden, sodass er sich doch auf etliche Jahre hinter Gittern einrichten kann.

Der zweite Mann, dem das Opfer wohl mal einen Teppich zerschnitten und der deshalb da noch eine Rechnung offen hatte, wurde zu sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt, wie Oberstaatsanwalt Matthias Blosche sie gefordert hatte. Hier schlugen die Drohung mit dem Messer und 14 Vorstrafen mit zu Buche.

Kassel: Urteil wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes

Der dritte Täter hat eigentlich am wenigsten gemacht, erhielt aber mit fünf Jahren und sechs Monaten eine harte Strafe. Auch er ist wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes vorbestraft. Dieser Tatbestand war auch in diesem Fall erfüllt, weil er den Fernseher des Opfers aus dessen Wohnung in Kassel mitgenommen hatte. Oberstaatsanwalt Blosche: „Ohne den TV-Diebstahl wäre es nur einfache Körperverletzung gewesen. Jetzt zahlt er wegen des Messers des anderen besonders viel.“

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